«Newspaper News» von Sophie Laskar-Haller

Auf der Tonspur ist statisches Rauschen mit Stimmen aus dem Radio zu hören, darunter mischen sich sanfte Klezmer-Klänge. Auf der Bildebene bewegen sich helle Linien auf schwarzer Oberfläche und bilden einen Strudel. Ein Zoom-out lässt eine Tasse Kaffee erkennen. Eine junge Frau sitzt in einem Café, liest die Zeitung. Sie vertieft sich so sehr darin, dass sie buchstäblich von ihr verschlungen wird. Sie fällt über die Schlagzeilen direkt ins tragisch Tagesgeschehen, landet im Mittelmeer neben einem Flüchtlingsboot.
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«Autour de l’escalier» von 10 Animationsfilmern

1968 gründeten die Schweizer Animationsfilmer Georges Schwizgebel, Claude Luyet, Daniel Suter, Nag und Gisèle Ansorge und Bruno Edera in einer Küche in Genf das Groupement Suisse du Film d’Animation, GSFA, die Schweizer Trickfilmgruppe. 50 Jahre später feiern über 100 Künstler des Schweizer Animationsfilms mit dem Omnibus-Werk «50:50» das runde Jubiläum. 15 kurze bis kürzeste Beiträge sind darin versammelt. Einer davon ist «Autour de l’escalier», an dem auch das GSFA-Ursprungsmitglied Georges Schwizgebel beteiligt war. Sein Markenzeichen sind rotierende Bilder mit fliessenden Übergängen in stetiger Wandlung, wie in «Erlkönig» oder «Romance».
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«L’homme jetée» von Loïc Hobi

Tu as le temps.

Militärischer Kurzhaarschnitt, nackter Oberkörper. Und eine Plastiktüte über dem Kopf. So bereitet sich der junge Hafenarbeiter Theo (Hubert Girard) auf sein Ziel vor: das Initiationsritual der Seemänner. Diese verlangen starke Männer auf ihren Schiffen und unterwerfen mögliche Anwärter einer harten Probe. «Ok? Tu cries, tu dégages,» erklären sie einem Kandidaten, bevor sie ihn mit Schlägen traktieren. Wer schreit, muss abhauen.
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«Average Happiness» von Maja Gehrig

And we could look at many other examples, if we wanted to, but they would all work in the same way.

Wie fühlt sich durchschnittliches Glück an? Eine komplexe Frage, die sich mit Bestimmtheit grafisch darstellen lässt. Das lässt zumindest Animationsfilmerin Maja Gehrig in ihrem spektakulärem Kurzfilm «Average Happiness» erahnen. Elektronische Musik und rosafarbene Balken bilden den Einstieg. Dann ertönt die Stimme von Chris Brooks, Professor für Finanzen: «The first thing we should do is to plot the data in a scatter plot.» Im angesprochenen Streudiagramm «The U-shape in age in life satisfaction in Europe, 1973-2009» sollen lineare Beziehungen dargestellt werden, die vielleicht nicht auf einer geraden Linie verlaufen.
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«22:47 Linie 34» von Michael Karrer

Spilsch de Superman vor de Fründin… das isch los, oder was?

Spät abends in einem Bus. Fünf Jugendliche stehen ganz hinten, plaudern miteinander. Zwischendurch wird es lauter. Bei der nächsten Haltestelle steigt ein merklich alkoholisierter Mann mit Bierdose in der Hand in den Bus, quetscht sich zu den Teenies. Als er sich wohlwollend über ihre Musik äussert, fangen sie an, ihn zu filmen. Eine junge Frau mischt sich zuerst ein, dann auch ihr Partner. Die Stimmung wird gereizter. Auf eine zusätzliche Provokation der Jugendlichen reagiert ein weiterer Fahrgast. Erst als der Betrunkene sich übergeben muss, entspannt sich die Lage wieder.
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«La Traque» von Natacha Baud-Grasset

Langsam schreitet der Hirsch aus dem Wald auf die Wiese. Achtsam erkundet er die Umgebung und beurteilt die Lage. Nach einer Weile ruft er die Mitglieder seiner Herde zu sich. Doch nur kurz können die Hirschkühe und ihre Kälber äsen. Auf der Anhöhe erscheint zuerst ein einzelner Wolf, dann das ganze Rudel. Die Hirschweibchen und ihre Jungen flüchten in eine Richtung, der Hirsch lockt die Wölfe in eine andere.
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«Le renard et l’oisille» von Sam & Fred Guillaume

Der Fuchs ist zurück. Hungrig schleicht er durch den Wald, findet jedoch lediglich abgenagte Fischreste. Nahrung im Überfluss haben hingegen die beiden biberartigen Wesen am Fluss. Doch von ihren Fischen bekommt der Fuchs nichts ab. Stattdessen entdeckt er auf der Flucht ein blaues Ei. Als er sich beinahe daran verschluckt, schlüpft daraus ein blauer Vogel. Eine Partnerschaft entsteht. Der Fuchs füttert das Vögelchen, bringt ihm das Fliegen bei. Als Gegenleistung erwartet er Hilfe bei der Nahrungsbeschaffung. Doch die Biberwesen treiben den Fuchs und das Vögelchen in die Enge.
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«Circuit» von Delia Hess

Kreisrund sind die roten Früchte, die in einem Feld an grünen Sträuchern wachsen. Krähen picken an ihnen, bis sie auf den Boden fallen. Eine Frau sammelt sie ein. Auf einer Anhöhe stehen zwei Wasserspeicher, die ab und zu von Regen gefüllt werden. Wenn zwei Frauen darin ihre Kreise schwimmen, werden die Sträucher auf dem Feld bewässert und die Krähen fliegen zu einem nahen Mangrovenwald. Dort sitzt ein alter Mann auf einer kleinen Insel und sucht einen Stein, den er in seiner Hand drehen lässt. Daneben verfolgen sich zwei Radfahrer, als ob sie ihre Weltkugel in Schwung halten müssten. Ein bärtiger Mann setzt in ein Glasgefäss einen Kern, aus dem ein Fisch wird.
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«Selfies» von Claudius Gentinetta

Da ragen sie in die Höhe. Wogen hin und her wie im Takt. Warten auf den idealen Zeitpunkt der Selbstinszenierung. Ein Selfie-Stick neben dem anderen in einer Häuserschlucht. Das Selfie, das meist mit einem Mobiltelefon aufgenommene Selbstporträt, bildet das Motiv des entsprechend betitelten Kurzfilms Selfies von Claudius Gentinetta. Der Animationsfilmer entführt in eine berauschende Bilderwelt, die er mit einigen überraschenden Momenten belebt.
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«Chris the Swiss» von Anja Kofmel

Alle sprachen von deinem Tod und ich war stolz, deine kleine Cousine zu sein.

Anfang der 1990er-Jahre wird im Zentrum von Europa ein grausamer Krieg geführt. Mittendrin der Schweizer Journalist Christian Würtenberg. Von dessen Tod an der Front erzählt seine Cousine Anja Kofmel im gleichsam faszinierenden wie verstörenden Dokumentarfilm «Chris the Swiss».
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