«Heidi» von Johanna Spyri bis Alain Gsponer

Wenn dir etwas Freude macht im Leben, dann musst du es einfach tun.

Wenn ich eine Besprechung über einen Film schreibe, der auf einen Roman basiert, der schon mehrmals verfilmt wurde, dann stellen sich mir immer zahlreiche Fragen bezüglich der Herangehensweise an den Film und den Text. Soll ich einen Vergleich zur schriftlichen Version herstellen? Wie gehe ich auf frühere Fassungen ein? Spielen diese Vorgänger für die Beurteilung überhaupt eine Rolle? Im Fall der jüngsten Bearbeitung von «Heidi» zeigt sich, wie fruchtbar eine umfassende Betrachtung sein kann: Ein Blick auf den Kinofilm von Alain Gsponer, die Texte von Johanna Spyri sowie die beiden Schweizer Klassiker «Heidi» (1952) und «Heidi und Peter» (1954) mit Heinrich Gretler als Alm-Öhi.
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«Erlkönig» von Georges Schwizgebel

Gar schöne Spiele spiel’ ich mit dir

Wenn es einen Schweizer Animationsfilmer mit unverkennbarer Handschrift gibt, dann ist das Georges Schwizgebel («Romance», «Retouches»). Seine Werke prägen sich durch markante Farbzeichnungen ein, die in ständiger Bewegung sind und vom Publikum eine fortlaufende Neuorientierung im Raum erfordern. Schwizgebel versucht in der Regel gar nicht erst, die Normen des konventionellen Films mit meist fixen Kamerapositionen zu imitieren, sondern nutzt alle Freiheiten des Animationsfilms, bewegt sich ohne Begrenzungen im Raum und rotiert den Blickwinkel virtuos um seine Figuren. Diese Stilmittel setzt Schwizgebel auch gewohnt eindrücklich in «Erlkönig» ein. Für diese literarische Adaption verzichtet er jedoch auch auf einen Teil seiner sonst üblichen Freiheiten.
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«Islander’s Rest» von Claudius Gentinetta, Frank Braun

Ein wenig Einzelgänger sind die Protagonisten in den Animationsfilmen von Claudius Gentinetta und Frank Braun immer, ob sie sich nun mit einem abgemagerten Hund in der Grossstadt durchkämpfen («Poldek»), sich in einer Seilbahnkabine gegen den Absturz wehren müssen («Die Seilbahn»), sich in Schlaf und Untergang schaukeln lassen («Schlaf») oder sich wie in «Islander’s Rest» mit Botengängen verweilen.
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«Love & Mercy» von Bill Pohlad (Blu-ray)

Even the happy songs sound sad.

Gute Schwingungen und kalifornische Mädchen – die Musik der Beach Boys klingt verlockend nach Sonne, Strand und viel Spass. Oder eben «Good Vibrations» und «California Girls». Doch so fröhlich und sonnig war der Alltag von Brian Wilson, dem kreativen Kopf von der kalifornischen Band, in keiner Art und Weise. Im packenden Biopic «Love & Mercy» schlüpfen Paul Dano («There Will Be Blood», «Little Miss Sunshine») und John Cusack («High Fidelity», «2012», «Con Air») in die Rolle von Brian Wilson, dessen Leben von einem prügelnden Vater, künstlerischen Konflikten in der Gruppe, Stimmen im Kopf, Experimenten mit Drogen und unkonventionellen Behandlungsmethoden durch einen dominanten Psychologen und Psychotherapeuten geprägt war.
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«Lucens» von Marcel Barelli

Mais nos ingénieurs ont très vite appri à dompter la nature sauvage de l’atome – fidèle à la réputation d’excellence et de savoir-faire.

Schweizer Politik und Geschichte liefert eindeutig ausreichend Stoff für zahlreiche kurze Animationsfilme. So schuf in den 1990er-Jahren Jonas Raeber kontroverse Werke wie «Patt» (1990), «Hoffen auf bessere Zeiten» (1993), «Grüezi» (1995) und «Credo» (2000), in denen er sich mit der Armee, der Rüstungsindustrie, Fremdenfeindlichkeit und der katholischen Kirche beschäftigte. Doch solch explizit gesellschaftspolitische Themen wurden in den Jahren danach im Schweizer Animationsfilm nur noch vereinzelt behandelt. Marcel Barelli zeigt nun mit «Lucens» die diesbezüglichen Möglichkeiten auf.
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«Schellen-Ursli» von Xavier Koller

Darf’s es bitzeli meh si?

Zumindest am Chalandamarz zählt nur die Grösse. Den Umzug des traditionellen Unterengadiner Frühlingsfests führt nämlich der Knabe an, der die grösste Kuhglocke trägt. Weltberühmt wurde der Brauch durch die Geschichte «Schellen-Ursli» von Autorin Selina Chönz und Illustrator Alois Carigiet, die nun sich etwas gar weit von der Vorlage entfernend von Xavier Koller verfilmt wurde.
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ZFF: «A Walk in the Woods» von Ken Kwapis

I don’t like talking to people.

Jede Reise beginnt mit einem Schritt. Selbst die 2190 Meilen weite Wanderung auf dem Appalachian Trail, der an der Ostküste der USA von Springer Mountain in Georgia bis Mount Katahdin in Maine führt. Die ganze Strecke legen nur wenige Menschen zurück. Zu anstrengend war die Herausforderung auch für Bill Bryson, ein Autor von Reisebüchern, der sich im Alter von 44 Jahren auf die Route wagte. Die Erfahrung verarbeitete er im Buch «A Walk in the Woods», das mit Robert Redford («All the President’s Men», «The Natural») in der Hauptrolle verfilmt wurde.
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«Inside Out» von Pete Docter

Take her to the moon for me, Joy.

Für lange Zeit waren die Pixar Animation Studios in Hollywood die Vorreiter bezüglich Kreativität. Selbst Fortsetzungen wie «Toy Story 2» oder «Toy Story 3» übertrafen die Konkurrenz an Einfallsreichtum. Doch in den letzten Jahren folgte eine wenig inspirierte Produktion, die lediglich eine Variation von bekannten Disney-Themen beinhaltete («Brave») und lieblose Fortsetzungen («Cars 2», «Monsters University») liessen Zweifel aufkommen, ob Pixar weiterhin in der Lage ist, erstaunliche und verblüffende Geschichten zu erzählen. Mit «Inside Out» knüpft nun aber Regisseur Pete Docter direkt an seinen Erfolg von «Up» an.
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ZFF: «The Program» von Stephen Frears

I just love to ride my bike.

In den 1990er-Jahren verfolgte ich begeistert, wie sich Miguel Indurain, Jan Ullrich, Tony Rominger und Alex Zülle heldenhaft auf die Alpe d’Huez, nach Courchevel und Sestrières und durch die Pyrenäen kämpften. Doch dann kam es zu immer mehr Dopingskandalen im Radrennsport und die Faszination liess nach. Selbst als danach Lance Armstrong alle Rekorde brach und sein ausgestandener Sieg gegen Hodenkrebs für zusätzliche Bewunderung hätte sorgen können. Wieso es aber eben für die Jahre 1999 bis 2005 keinen offiziellen Gewinner der Tour de France gibt, erzählt Regisseur Stephen Frears im Sportlerdrama «The Program», das am Zurich Film Festival ausser Konkurrenz gezeigt wird.
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«The Man from U.N.C.L.E.» von Guy Ritchie

For a special agent you’re not having a very special day.

Remakes sind ein wichtiges Standbein von Hollywood – egal ob von Filmen, Fernsehserien oder Kurzfilmen. Wenn dann aus dem wiederverwerteten Inhalt auch noch ein Tentpole wird, eine «Zeltstange» für Fortsetzungen, dann ist die Industrie überglücklich. Beispiele dafür sind die mittlerweile bei der fünften Folge angelangte Kinofassung der Fernsehserie «Mission: Impossible» oder die bisher aus drei modernen Episoden bestehende Kinoversion der 60er-Jahre-Produktion von «Ocean’s Eleven». Gleiches erhoffen sich nun auch die Produzenten von «The Man from U.N.C.L.E.». Die von Regisseur Guy Ritchie munter inszenierte Agententhrillerkomödie vermischt dazu Elemente der beiden genannten Remake-Reihen.
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