«Breezy» von Clint Eastwood

«Breezy»

Krieg oder Gewalt dominieren die meisten Filme von Clint Eastwood («Dirty Harry»). Aber er kann auch anders. 1973 erzählte er in seinem einfühlsamen Frühwerk «Breezy» von der zärtlichen Liebesgeschichte zwischen dem kaum 20-jährigen Hippie-Mädchen Breezy (Kay Lenz) und dem mehr als doppelt so alten, desillusionierten Immobilienmakler Frank Harmon (William Holden).

Per Zufall stossen die beiden ungleichen Personen aufeinander. Die lebenslustige Breezy lässt sich durch die Welt treiben und selbst von unangenehmen Erfahrungen nicht betrüben. Der zynische Frank lebt seit der giftigen Scheidung von seiner Frau abgeschieden in seinem eindrücklichen Haus in den Hügeln von Los Angeles und vertreibt sich die Zeit mit Gelegenheitsbekanntschaften. Wie ein frischer Wind wirbelt da Breezy das Leben des mürrischen Frank durcheinander.

William Holden und Kay Lenz in «Breezy»Breezy gesteht unumwunden, dass sie sich in Frank verliebt hat. Doch der ist an einem Punkt angelangt, an dem er nicht mehr über solche Gefühle sprechen, sie nicht einmal empfinden möchte. Doch bei einem Spaziergang reden sie dann doch darüber. Frank muss zugeben, dass er um einen anderen Mensch besorgt ist, sich des Lebens bewusst ist, eine fantastische Aufregung erlebt, wenn er Breezy berührt, und ein tiefes Interesse an einer anderen Person als sich selbst verspürt. Auch wenn er es nur widerwillig akzeptiert, ist er verliebt.

Das Glück wird aber durch den gesellschaftlichen Druck getrübt, den Frank zu spüren bekommt. Bei seinen Freunden wird die junge Geliebte als frivole Befriedigung eines Lüstlings gedeutet. Mit Liebe lasse sich der Alterschunterschied in einer Beziehung schliesslich nicht erklären. Unbeschwert, ehrlich und mit bissigen Dialogen bestückt setzt sich das romantische Drama auf diese Weise mit Liebe jenseits von Altersgrenzen auseinander. Trotz manchen schermütigen Szenen ist die Inszenierung von Eastwood so luftig leicht wie der Titel.

Einfach umwerfend ist die mit einem entwaffnenden Lächeln ausgestattete Kay Lenz, die einfach unwiderstehlich durch die Szenen schwirrt. Der Film könnte aber auch als Lehrbeispiel für Filmstudenten dienen. Mit einfachsten Mitteln verstehen es Eastwood und Drehbuchautor Jo Heims die Handlung voranzutreiben, und die Kameraarbeit von Frank Stanley ist ebenso bezaubernd wie die Hauptdarstellerin.

Die DVD wartet mit zufriedenstellendem Bild- und Tonqualität auf. Dafür muss sie ohne Bonusmaterial auskommen, ist aber auch ziemlich günstig zu haben.

Film: 5 Sterne
Bild-/Tonqualität: 4 Sterne
Bonusmaterial:
0 Sterne

(Bilder: ©Koch Media)

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