«Leatherheads» von und mit George Clooney

John Krasinski und George Clooney in «Leatherheads»

Ich war schon ein wenig enttäuscht, als die Football-Komödie «Leatherheads» im Frühling 2008 zwar in den Tessiner Kinos zu sehen war, danach aber nicht den Weg in den Deutschschweizer Kinos fand. George Clooney gefällt mir nämlich als Schauspieler sehr gut, und von seinen beiden bisherigen Regiearbeiten, «Confessions of a Dangerous Mind» und «Good Night, and Good Luck.», bin ich begeistert. Nun habe ich feststellen müssen, dass «Leatherheads» tatsächlich nicht unbedingt eine Kinoauswertung verdient hat.

George Clooney ist nicht nur ein klassischer Hollywood-Star, er hat auch eine nostalgische Ader. So erstaunt es nicht weiter, dass die von ihm inszenierte Komödie an die Screwball-Klassiker der 40er-Jahre erinnert. Angesiedelt ist die Geschichte in den 20er-Jahren und zeigt nebenbei ein Aspekt der Entstehung der National Football League, der äusserst lukrativen Profiliga in den USA. 1920 waren nämlich die Football-Spiele zwischen Colleges noch weitaus populärer.

Clooney spielt den alternden Football-Spieler Jimmy Connelly, der sich zur Sicherung seiner Existenz für die Gründung einer Profiliga einsetzt. Da kommt ihm der angebliche Kriegsheld und College-Star Carter Rutherford (John Krasinski) gerade recht. Er verpflichtet ihn für sein Team und sichert sich dadurch die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Eine gewiefte Reporterin (Renée Zellweger) durchschaut allerdings das Spiel und bemüht sich darum, den Mythos des Kriegshelden zu entlarven. Dabei sind natürlich auch Gefühle involviert.

Clooneys Hommage an die vergangene Ära strahlt vor allem durch ihre neckischen Figuren einen liebenswürdigen Reiz aus. Überladen ist hingegen die Handlung, die durch die reichlich angestaubte Umsetzung wenig spritzig wirkt. Zu konventionell und teilweise auch orientierungslos treibt die Geschichte auf die vorhersehbaren Konflikte zu. Da ist es eher verwunderlich, dass Clooney für sich beansprucht, das Drehbuch von Duncan Brantley und Rick Reilly massiv überarbeitet zu haben. Stolz kann er auf seine Leistung nicht wirklich sein. Einige Szenen sind durchaus sehr witzig, bleiben aber meist in sich isoliert.

Auf der DVD sind als Bonusmaterial lediglich rund acht Minuten entfallene Szenen enthalten, von denen einige allerdings witzigerweise der Kohärenz der Handlung förderlich gewesen wären.

Film: 3 Sterne
Bild-/Tonqualität: 5 Sterne
Bonusmaterial: 1 Stern

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