«The Wild Bunch» von Sam Peckinpah (Blu-ray)

William Holden in «The Wild Bunch»

Der rebellische Regisseur Sam Peckinpah («The Getaway») ist für seine Gewaltdarstellungen bekannt. In seinen berüchtigten Western «The Wild Bunch» und «Pat Garrett & Billy the Kid» ist die Gewalt allgegenwärtig. Sie zeichnen sich aber auch durch die Verwischung der in den klassischen Western noch unverrückbaren Grenze zwischen Gut und Böse aus. Von diesen beiden unverzichtbaren Werken ist nun «The Wild Bunch» auf Blu-ray-Disc erhältlich.

Pike Bishop (William Holden, «Breezy») ist schon zu alt, um immer noch Banken und Züge zu überfallen. Ein letzter Überfall soll ihm den Ruhestand sichern. Doch die Agentur der Eisenbahn wird von seinem alten Kollegen Deke Thornton (Robert Ryan) bewacht, der sich in den Dienst der Eisenbahn stellen musste, um den Aufenthalt im Gefängnis zu vermeiden. Die schiesswütigen Kopfgeldjäger um Thornton sorgen dafür, dass die halbe Ortschaft kurz und klein geballert wird.

Bishop entkommt zusammen mit vier Partnern nach Mexiko. Dort werden die Bewohner eines Dorfes von den Truppen eines korrupten Generals im mexikanischen Bürgerkrieg terrorisiert. Von ihm wird das wilde Pack angeheuert, um einen Waffentransport in den USA zu berauben. Widerwillig stellen sich Bishop und seine Kollegen in den Dienst des grössenwahnsinnigen Militärführers.

«The Wild Bunch»Schonungslos schildert Peckinpah das Leben der Gangster zwischen unzimperlichen Kopfgeldjägern und kaltblütigen Kriegsherren. Durch diesen Kontrast wirkt die durch die Banditen ausgeübte Gewalt beinahe schon harmlos. Verstärkt wird dieser Eindruck auch durch eine unvergessliche Anfangsszene, in der spielende Kinder sich einen Spass daraus machen, Ameisen auf Skorpione zu hetzen, um am Schluss den Todeskampf durch brennendes Stroh zu beenden. Die Aussage ist klar: Gewalt ist Bestandteil der Gesellschaft, die Abgrenzung von guter und schlechter Gewalt ist beinahe unmöglich.

«The Wild Bunch» ist aber nicht einfach wegen der ehrlichen Aussage ein Meisterwerk, sondern auch wegen der hervorragenden Kameraarbeit von Lucien Ballard und dem ausdrucksvollen Schnitt von Louis Lombardo. Auf der Blu-ray-Disc kommen die technischen Elemente herrlich zur Geltung. Die umwerfende Bildqualität der vor zwei Jahren für die DVD neu erstellten Abtastung überzeugt auf der Blu-ray-Disc durch noch einmal gesteigerte Schärfe. Dadurch lassen sich zwar auch mehr Objektivfehler erkennen, aber das erhöht den Reiz der Blu-ray-Disc nur noch mehr. Als Bonusmaterial sind ein Audiokommentar, entfallene Szenen und drei Dokumentationen enthalten.

«The Wild Bunch»: 6 Sterne
Bildqualität (Blu-ray): 6 Sterne
Tonqualität (Blu-ray): 5 Sterne
Bonusmaterial (Blu-ray):
6 Sterne

Thematisch ähnlich gelagert wie «The Wild Bunch» ist auch Peckinpahs Western «Major Dundee», der schon 2005 auf DVD erschienen ist. Nach Ende des Sezessionskriegs wenden sich die amerikanischen Truppen 1865 einem neuen Feind zu: Im Territorium New Mexico werden Siedler von Apachen unter der Führung von Sierra Charriba beraubt und ermordet. Der befehlshabende Major (Charlton Heston) stellt einen wilden Stosstrupp zusammen, der die mordenden Rothäute auslöschen soll.

Für den radikalen Western versammelte Regisseur Peckinpah 1964 neben Heston auch noch Stars wie Richard Harris, James Coburn, Mario Adorf und Senta Berger vor der Kamera. Nach Beendigung der Dreharbeiten wurde ihm der Film weggenommen und schändlich zusammengeschnitten. Etliche Jahre später wurde nun für die gelungene DVD-Fassung eine kohärente, zwölf Minuten längere Fassung erstellt. Ergänzt wird sie mit erklärenden Extras und wertvollem Archivmaterial.

«Major Dundee»: 5 Sterne
Bild-/Tonqualität: 5 Sterne
Bonusmaterial:
5 Sterne

Vor zwei Jahren sind neben «The Wild Bunch» noch zwei weiter Western von Peckinpah erschienen, die auch andere Seiten des Regisseurs zeigen. Schon «Ride the High Country», Peckinpahs zweiter Spielfilm, dreht sich um die immer wieder auftauchenden Themen der Loyalität, Gerechtigkeit und Ehre. Ein ausrangierter Gesetzeshüter (Joel McCrea) wird beauftragt, einen Goldtransport zu übernehmen. Sein ehemaliger Partner (Randolph Scott) und ein Greenhorn sollen ihn unterstützen, planen allerdings mit dem Gold abzuhauen. Der schleierhafte deutsche Titel dieses Dramas lautet «Sacramento».

Peckinpahs persönlichste Auseinandersetzung mit dem aussterbenden Genre erfolgte 1970 in «The Ballad of Cable Hogue» (der unpassende deutsche Titel hier: «Abgerechnet wird am Schluss»). Nachdem Cable Hogue (grossartig: Jason Robards) ohne Wasser in der Wüste zurückgelassen wird, findet er kurz vor dem Verdursten ein Wasserloch. Da es sich gleich neben der Postkutschenroute befindet, verdient er ein Vermögen. Dabei sinnt er aber ständig auf Rache und setzt dadurch seine grosse Liebe aufs Spiel.

«Ride the High Country»: 4 Sterne
«The Ballad of Cable Hogue»: 5 Sterne
Bild-/Tonqualität: 4 Sterne
Bonusmaterial:
4 Sterne

(Bilder: ©Warner Bros.)

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