«Death at a Funeral» von Frank Oz (Blu-ray)

«Death at a Funeral»Wenn in einer britischen Komödie das Wort «Funeral» vorkommt, dann bin ich sicher nicht die einzige Person, die augenblicklich an den Klassiker «Four Weddings and a Funeral» mit Hugh Grant denkt. Gewisse, meist positive Ähnlichkeiten kann «Death at a Funeral» nicht verbergen. Die Unterschiede überwiegen aber klar. Der deutlichste, aber kaum bemerkbare: Der Regisseur ist ein Amerikaner.

Am Morgen einer Beerdigung treffen die Söhne, Familie und Freunde des Verstorbenen ein – jeder mit seinen eigenen Ängsten und Problemen. Daniel, einer der Söhne, hat seiner Frau eigentlich ein besseres Leben versprochen und muss dem ätzenden Spott seines Bruders Robert die Stirn bieten. Dieser ist ein berühmter aber wegen seines Lebensstils mittelloser Romanautor und gerade aus New York angereist – natürlich First Class. Die Grabrede soll aber der nervöse Daniel halten.

Die Cousine Martha und ihr neuer Verlobter Simon möchten um jeden Preis einen guten Eindruck bei Marthas Vater machen. Ihre Hoffnung schwindet schnell, als Simon aus Versehen eine Designerdroge schluckt, zuerst den Sarg umstösst und sich dann halluzinierend die Kleider vom Leib reisst. Das Familientreffen ist schon ziemlich durcheinander, als ein unerwarteter Gast eintrifft, der droht, ein dunkles Geheimnis zu lüften.

Ein wahrlich schwarze Komödie hat Regisseur Frank Oz hier verfilmt. Der amerikanische Regisseur ist einerseits als Yoda aus der «Star Wars»-Trilogie und als Puppenspieler bei den Muppets bekannt, hat andererseits aber auch so vergnügliche Filme wie «Little Shop of Horrors», «In & Out» oder «Bowfinger» gedreht. In «Death at a Funeral» stellt er wieder einmal sein Gespür für perfektes Timing unter Beweis. Oz hat Komödien im Blut.

Dennoch ist die neuste Komödie aber ganz leicht verkrampfter ausgefallen als das stets aus dem Hintergrund hervorragende Vorbild «Four Weddings and a Funeral». Dafür entzückt «Death at a Funeral» mit äusserst dichter Dramaturgie und einem sehr präzis agierenden Ensemble. Die Schauspieler sind zwar nicht wirklich berühmt, die Gesichter aber durchaus bekannt, allen voran dasjenige von Ewen Bremner aus «Trainspotting». Auf Massentauglichkeit ist die Komödie nicht nur in den Kinos, sondern auch am Filmfestival Locarno geprüft worden. Dort wurde «Death at the Funeral» im August 2007 mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.

Die Blu-ray-Disc lässt erkennen, dass eine höhere Auflösung nicht in jedem Fall ein besseres Bild garantiert. Schärfe und Farbdarstellung sind zwar klar brillanter als auf der DVD, aber dennoch ist das Bild ziemlich matt. Das macht sich vor allem bei Gegenständen mit grosser Distanz zur Kamera wie ein Nebel bemerkbar. Irritierend ist aber noch stärker die mittelmässige Tonqualität. Die Dialoge erklingen so dumpf, dass die Lautstärke stark aufgedreht werden muss, wenn nicht auf Untertitel ausgewichen wird.

Das Bonusmaterial auf BD und DVD ist so überflüssig, wie Bonusmaterial nur sein kann. Es besteht einerseits aus einigen Minuten Aufnahmen von den Dreharbeiten sowie aus elf kurzen Interviews mit den Hauptdarstellern und dem Regisseur. Unglücklich ausgefallen ist auch die Navigation, da die angewählte Funktion nicht fett dargestellt wird. Das sorgt hauptsächlich bei Menüs mit zwei Optionen für Verwirrung.

Film: 5 Sterne
Bildqualität (Blu-ray): 4 Sterne
Tonqualität (Blu-ray): 3 Sterne
Bonusmaterial (Blu-ray/DVD): 1 Stern

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