«Yella» von Christian Petzold mit Nina Hoss

Nina Hoss in «Yella»

Die von Nina Hoss gespielte Titelfigur im Drama «Yella» hat sich nach einer finanziellen Pleite von ihrem Mann Ben (Hinnerk Schönemann) getrennt. Nun sucht sie eine Stelle in Hannover. Ben verfolgt sie aber immer noch, fährt sie schliesslich zum Bahnhof. Auf dem Weg dorthin lenkt er sein Auto von einer Brücke in einen Fluss. Yella taucht wieder auf und fährt nach Hannover.

In Hannover erlebt sie eine weitere Enttäuschung. Die Firma, für die sie arbeiten sollte, ist in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Da taucht der Investment Banker Philipp (Devid Striesow) auf und engagiert sie als Beraterin. In Verhandlungen mit potenziellen Investitionsfirmen dient Yella als Schachfigur zur Überprüfung der finanziellen Tragbarkeit der Geldanlage.

«Yella» ist ein merkwürdiger und faszinierender Film. Oberflächlich betrachtet ist er eine Analyse der Gefühle der Hauptfigur, die mit unsauberen Geschäftspraktiken in der Finanzwelt konfrontiert wird. Das Drama kann daher als Charakterstudie einer in labilen Verhältnissen lebenden Frau betrachtet werden. Stilsicher und behutsam wird diese Figur von Regisseur Christian Petzold beobachtet. Überzeugend sind auch die zurückhaltend agierenden Schauspieler. Nina Hoss hat an der 57. Berlinale den silbernen Bären für die beste Schauspielerin erhalten.

Die Handlung von diesem Drama wird aber immer undurchsichtiger, weniger nachvollziehbar. Vereinzelt werden seltsame Andeutungen eingestreut bis schliesslich die logische Auflösung folgt. «Yella» ist auch ein beunruhigender Mystery-Thriller. Fragen bleiben dennoch. Soll das ganze ein Metaphor für den Zustand der deutschen Wirtschaftslage sein? Eine Anklage gegen korrupte Finanzhaie? Oder vielleicht doch nur eine unheimliche Fingerübung von Petzold?

Auf der DVD sind neben dem Trailer und einem 19-minütigen Drehbericht, in dem Petzold und Hoss über Motive und Figuren sprechen, auch ein 52-minütiger Film von Harun Farocki enthalten. Seine nüchterne Dokumentation «Nicht ohne Risiko» besteht aus der Beobachtung von einer tatsächlichen Verhandlung zwischen einer Firma und Investoren. Die delikaten Gespräche dienten Petzold eindeutig als Vorlage für seine Handlung. Das Tauziehen zwischen Unternehmer und Geldgeber ist auf eine Art todlangweilig, gleichzeitig aber durch die Manöver auch spannend.

Film: 4 Sterne
Bild-/Tonqualität: 5 Sterne
Bonusmaterial: 3 Sterne

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