«The Messengers» von The Pang Brothers

Kristen Stewart in «The Messengers»

Filmende Brüder waren früher noch eine Seltenheit. Wegen den Regeln der Gewerkschaften musste Ethan Coen lange Zeit sogar auf eine Auflistung als Regisseur verzichten. Unterdessen sind Brüderpaare hinter der Kamera ein fester Bestandteil der Filmszene, ob sie nun Wachowski, Hughes, Farrelly, Russo, Weitz oder Polish heissen. Ganz heiss gehandelt wurden bis vor einer Weile noch Oxide und Danny Pang. Die Zwillinge aus Thailand versuchen nach den Erfolgen in ihrer Heimat auch die Welt (und vor allem die USA) zu erobern.

John Corbett und Kristen Stewart in «The Messengers»Dank ihrem US-Debüt «The Messengers» haben die Pang Brothers schon einmal einen ersten Platz in den Kinocharts der USA feiern dürfen. Eine Familie flüchtet nach einem nicht näher erläuterten Vorfall aus der Stadt aufs Land. Dort möchte der Vater (Dylan McDermott) eine verlotterte Farm auf Vordermann bringen. Am angespannten Verhältnis zwischen Mutter (Penelope Ann Miller) und Tochter (Kristen Stewart, «Twilight») lässt sich aber erkennen, dass die Vergangenheit noch nicht ganz verarbeitet worden ist.

Der kleine Sohn Ben hütet derweil schweigend ein Geheimnis – er sieht Gespenster. Auch die Tochter stellt, kaum auf der Farm angekommen, seltsame Vorkommnisse fest. Das Haus scheint wie verspuckt zu sein, und die Krähen verhalten sich äusserst merkwürdig. Da kommt das Gewehr von unvermittelt auf der Farm auftauchenden Burwell (John Corbett, «Sex and the City») gerade recht. Der Vater kann zudem sowieso noch eine helfende Hand gebrauchen.

Dylan McDermott in «The Messengers»Der Horrorthriller erinnert ein wenig an «The Sixth Sense» (1999) von M. Night Shyamalan und enthält Elemente aus «The Birds» (1963) von Alfred Hitchcock. Die Pang Brothers setzen aber noch deutlich stärker auf Horroreffekte. Bezüglich Stimmung und Rhythmus der Inszenierung vermögen sie meist zu überzeugen. «The Messengers» ist ein atmosphärisch gelungener Geisterthriller mit zahlreichen Schockmomenten.

Letzten Ende kochen die Zwillinge aber auch nur mit Wasser. Auf der DVD wird zwar in einem der vielen kurzen Drehberichte geschildert, wie viel Aufwand in die Szenen gesteckt worden ist, in denen die Krähen angreifen, viel realistischer als vor über 40 Jahren bei Hitchcock sehen die Attacken aber immer noch nicht aus. Da wirken die übrigen Effekte um einiges vorteilhafter. Zahlreiche Löcher auf der Handlungsebene sind zudem nicht zu verbergen. So ist es zwar schön anzusehen, dass die Sonnenblumen am Ende in voller Reife sind, doch wie die (mindestens vier) Monate von der Aussaat bis zur Ernte ohne bemerkenswerte Ereignisse vergangen sind, lässt sich nicht erklären.

Film: 4 Sterne
Bild-/Tonqualität: 4 Sterne
Bonusmaterial: 3 Sterne

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