«Away from Her» von Sarah Polley

Julie Christie und Gordon Pinsent in «Away from Her»

An der Berlinale 2007 stellte Schauspielerin Sarah Polley ihr Regiedebüt vor. Im bewegenden Drama «Away from Her» erzählt sie von der an Alzheimer erkrankten Fiona (Julie Christie), die mit ihrem Ehemann Grant (Gordon Pinsent) in einem idyllischen Haus an einem See wohnt. Fiona entschliesst dich dazu, solange sie noch zu eigenen Entscheidungen fähig, sich in ein Pflegeheim einweisen zu lassen.

Grant willigt widerwillig ein. Er kann sich mit dem Verlust seiner Gattin nicht abfinden, mit der er 44 Jahre seines Lebens verbracht hat. Langsam tauchen jedoch immer mehr Anzeichen auf, dass die makellose Beziehung weniger als perfekt war. Der ehemalige Professor Grant hatte früher nämlich einmal eine Affäre mit einer Studentin. Während Fiona sich immer weniger an kurz zurück liegende Ereignisse erinnern kann, gelingt es ihr nicht, diese schmerzhafte Episode zu vergessen. Auch Grant muss lernen, loszulassen.

Die ausserordentlich selbstsicher Regie führende Polley und ihr Kameramann Luc Montpellier finden für die aufgewühlten Gefühle des Paares und die schmerzhaften Verlust der Erinnerungen die entsprechenden, zerbrechlichen Bilder und verführen das Publikum mit delikaten Kamerafahrten. Der Film ist unter anderem von Regisseur Atom Egoyan mitproduziert worden, für den Polley vor zehn Jahren in «The Sweet Hereafter» vor der Kamera gestanden ist. An dieses Drama erinnert dann «Away From Her» in vielerlei Hinsicht. Die Art der Trennung von den Geliebten ist zwar unterschiedlich, der Schmerz bleibt der gleiche. Sehr feinfühlig seziert Polley die zerreissenden Emotionen.

Julie Christie in «Away from Her»«Away from Her» bietet auch wieder einmal eine saftige Rolle für Julie Christie, die sich vermutlich immer noch darüber ärgert, dass 1998 nicht sie, sondern Helen Hunt den Oscar erhalten hat. 2008 zog sie dann in einem engen Rennen gegen Marion Cotillard den Kürzeren. Zusammengehalten wird der Film aber gleichermassen durch den beinahe stoisch agierenden Pinsent und das einfühlsame Drehbuch von Polley, das auf der Kurzgeschichte «The Bear Came Over the Mountain» von Alice Munro basiert.

Weniger überzeugend als der Film ist das Bonusmaterial auf der DVD, das lediglich aus dem Trailer und einem kurzen, wenig ergiebigen Drehbericht mit vielen Filmausschnitten und einigen Interviews mit Polley, Christie und Pinsent besteht. Die Bildqualität ist durchschnittlich.

Film: 5 Sterne
Bild-/Tonqualität: 3 Sterne
Bonusmaterial:
1 Stern

(Bilder: ©Ascot Elite)

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