«One Missed Call» von Eric Valette (Blu-ray)

Edward Burns und Shannyn Sossamon in «One Missed Call»

Vorsicht vor der Technologie! In «Pulse» kam der Tod durch den Computer, in «One Missed Call» wird er nun durch Mobiltelefone übertragen. Dahinter stecken in beiden Fällen ko(s)mische Schwingungen. Beide Filme sind zudem Remakes nach japanischer Vorlage. Der Horrorthriller «One Missed Call» ist von der Stimmung her einigermassen gelungen, die Handlung ist allerdings überladen und die visuellen Effekte sind vor allem wegen der Machart schockierend.

Die Psychologie-Studentin Beth (Shannyn Sossamon) steht im Zentrum der Geschichte. An einer Party erhält eine Kollegin einen Anruf aus der Zukunft, auf dem zu hören ist, wie sie sterben wird. Die Kollegin sieht bald tote Menschen und andere merkwürdige Dinge. Zum betreffenden Zeitpunkt tritt dann der Tod auf die vorherbestimmte Weise ein. Beth versucht hinter das Geheimnis zu kommen und erhält dabei Unterstützung von Detective Jack Andrews (Edward Burns), dessen Schwester ebenfalls auf mysteriöse Art umgekommen ist.

Das Original aus Japan stammt von niemand geringerem als Miike Takashi. Vermutlich hätte ich mir besser diese Fassung besorgt. Das Remake aus den USA wurde von dem aus Frankreich importierten Regisseur Eric Valette umgesetzt. Er hat ein Gespür für gruselige Atmosphäre, vertraut aber teilweise zu sehr auf digitale visuelle Effekte, die einfach nur künstlich aussehen. Als dann gegen Ende eine prosthetisch geschminkte Person auftaucht, ist das eine wahre Wohltat.

Schwachpunkt ist aber in erster Linie die Geschichte, in der Elemente aus «The Sixth Sense», «Final Destination», «Dark Water» und «Pulse» vermischt werden. Vermutlich auch noch aus anderen Filmen. Horror-Filmer haben natürlich keine einfache Aufgabe, denn das Publikum erwartet immer ausgefallenere Geschichten. Weniger wäre aber manchmal deutlich mehr. In diesem Fall ist der Plot so komplex ausgefallen, dass er wohl selbst für Drehbuchautor Andrew Klavan keinen Sinn mehr ergeben hat. So wird Kindmissbrauch mit Exorzismus und Halluzinationen kombiniert, ohne dass dabei klar wird, wie die Bestandteile zusammen passen sollen. Hauptsache das Publikum wird immer wieder auf falsche Fährten gelockt.

Auch die Darsteller sind wenig überzeugend. Shannyn Sossamon wurde zu Beginn ihr Karriere in «A Knight’s Tale» und «40 Days and 40 Nights» noch als Talent der Zukunft bezeichnet. Mittlerweile taucht sie aber mehrheitlich in Nebenrollen oder Produktionen mit kleinem Budget auf. Ähnliches gilt für Edward Burns, der für die selbst geschriebenen und inzenierten Dramen «The Brothers McMullen» (1995) und «She’s the One» (1996) zu Recht viel Lob erhalten hat. Gemäss IMDb dreht er immer noch eigene Filme, aber viel Aufmerksamkeit erhalten sie nicht gerade.

Die Bildqualität der Blu-ray-Disc ist einwandfrei. Die Tonspur in Dolby TrueHD 5.1 ist mir nur einmal wirklich aufgefallen, als eine Türklingel läutet. Bonusmaterial fehlt gänzlich. Irgendwie ist das erfrischend.

Film: 2 Sterne
Bildqualität (Blu-ray): 5 Sterne
Tonqualität (Blu-ray): 4 Sterne
Bonusmaterial (Blu-ray):
0 Sterne

(Bild: ©Warner Home Video)

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