«Drag Me to Hell» von Sam Raimi mit Alison Lohman

Alison Lohman in «Drag Me to Hell»

Nach seinen Erfolgen mit der «Spider-Man»-Trilogie kehrt Kultregisseur Sam Raimi mit dem herrlich schockierenden Horrorthriller «Drag Me to Hell» zu seinen blutigen Wurzeln zurück. Die Stop-Motion- und Masken-Effekte aus der «Evil Dead»-Serie wurden zwar zu einem grossen Teil durch digitale Effekte verdrängt, wirkungsvoll sind sie aber dennoch. Und der schräge Humor von Sam und seinem Bruder Ivan Raimi ist immer noch unübertrefflich.

Wer schon einmal den Namen Sam Raimi gehört hat, wird ihn wohl am ehesten mit «Spider-Man» in Verbindung bringen. Knapp 2,5 Milliarden Dollar hat die von Raimi inszenierte Superhelden-Saga weltweit eingespielt. Doch das wahre Genre von Raimi ist eigentlich der Horror-Film. Wenn jede Menge Blut spritzt, ist Raimi in seinem Element. Besonders in seiner «Evil Dead»-Serie fliesst das Blut in Strömen.

Auch in «Drag Me to Hell» setzt Raimi die rote Flüssigkeit effektvoll ein. In einer Szene tropft der Saft des Lebens zuerst noch ganz dezent aus der Nase der Hauptfigur. Dann ergiesst sich plötzlich ein unbändiger Blutstrahl über ihren Boss. Ansonsten hält sich Raimi dieses Mal aber mit Blutströmen eher zurück. Es handelt sich bei «Drag Me to Hell» auch nicht wie bei der «Evil Dead»-Serie um Splatter-Horror, sondern um einen mit grossartig ekelhaften Szenen angereicherten Thriller über ein übernatürliches Phänomen.

Alison Lohman und Lorna Raver in «Drag Me to Hell»

In «Drag Me to Hell» wird der Kampf gegen den Lamia geführt, einen fürchterlichen Dämon, der seine Opfer zuerst drei Tage foltert und nachher – wie im Titel erwähnt – in die Hölle zieht. Das Opfer ist in diesem Fall die junge Bankangestellte Christine Brown (Alison Lohman). Sie würde so gerne eine Stelle als Hilfsmanagerin erhalten. Um sich gegen ihren schmierigen Konkurrenten (Reggie Lee) durchzusetzen, muss sie Härte beweisen und verweigert einer alten Zigeuner-Frau (Lorna Raver) die Fristverlängerung für ein Darlehen.

Herzzerbrechend fleht die hässliche Frau mit Glasauge auf ihren Knien um Milde. Doch Christine zeigt sich unbarmherzig und sorgt für eine peinliche Szene. Als Strafe für die Demütigung wird sie von der Frau verflucht. Hilfe sucht Christine bei einem Seher (Dileep Rao), der sie im Kampf gegen die bösen Geister unterstützt. Daran hat ihr Freund Clay (Justin Long, «He’s Just Not That Into You»), ein Professor für Pyschologie, zwar überhaupt keine Freude, doch im Kampf gegen den Wahnsinn sind alle Mittel recht.

«Drag Me to Hell» enthält viele der kultigen Elemente aus der «Evil Dead»-Serie: aus dem Schädel katapultierte Augäpfel, in der Luft levitierende Dämonen, etliche widerlichste Szenen, aber auch reichlich Humor. Höhepunkte sind in dieser Hinsicht die Kraftproben zwischen Christine und der alten Frau, die sich als äusserst widerstandsfähig herausstellt. Aber auch die zierlich wirkende Alison Lohman wächst über sich hinaus und steht eindrücklich ihre Frau.

Kaum zu glauben, aber Lohman wird dieses Jahr bereits 30 Jahre alt. Vor sechs Jahren spielte sie in «Matchstick Man» noch eine Teenagerin und sieht unterdessen nicht wirklich viel älter aus. Durch vollen Körpereinsatz überwindet sie das zerbrechlich jugendliche Aussehen aber allemal. Ihr Mut zum scheusslichen Nahkampf sorgt für köstliche Momente. Vorzüglich ist aber auch das Spiel mit den Konventionen. Raimi, der das Drehbuch für «Drag Me to Hell» zusammen mit seinem Bruder Ivan Raimi geschrieben hat, lässt die Erwartungen des Publikums immer wieder ins Leere laufen und spielt auch gekonnt mit den Klischees des Genres.

Fazit: Für Fans des Horror-Meisters Raimi ist «Drag Me to Hell» eine willkommene Rückkehr zu seiner alten Form.

Bewertung: 5 Sterne

(Fotos: ©Universal Pictures Switzerland)

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