«The Pursuit of Happyness» von Gabriele Muccino

Jaden Smith und Will Smith in «The Pursuit of Happyness»

Was sind die Grundrechte eines jeden Menschen? Ja nach Kultur werden sie verschieden definiert. In der «Declaration of Independence», der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, lautet eine entscheidende Stelle: «We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness.» Dieses Glück strebt auch Will Smith («I Am Legend») im Drama «The Pursuit of Happyness» an.

In der «Declaration of Independence» wird ein paar Zeilen später noch einmal darauf hingewiesen, dass die Regierung für «Safety and Happiness» sorgen soll. Glücklich sollen die Bürger also sein oder zumindest nach dem Zustand des Glücklichseins streben. Diese Definition der Grundrechte wirft natürlich die noch viel schwerwiegendere Frage nach dem Glück auf. Was braucht der Mensch, um glücklich zu sein?

Für Chris Gardner (Will Smith) besteht das Glück aus zwei einfachen Komponenten: finanzielle Sicherheit und Zeit für seinen sein Sohn (Jaden Christopher Syre Smith). Als Vertreter von Messgeräten für Knochendichte hat er zwar unternehmerische Unabhängigkeit, weil aber niemand die Geräte kaufen möchte kein wirkliches Einkommen. Als er sich für ein unbezahltes Praktikum beim Finanzunternehmen Dean Witter bewirbt, verlässt ihn zu allem Übel auch noch seine seine Frau (Thandie Newton).

Ohne rechtes Einkommen muss er für seinen Sohn sorgen. Weil er sowohl Parkbussen als auch die Steuern bezahlen muss, verliert er zunächst die Wohung, später wird er auch von der billigen Unterkunft auf die Strasse gestellt. Gardner übernachtet mit seinem Sohn in öffentlichen Waschanlagen und im Obdachenlosenheim. Das Streben nach Glück gibt er aber nicht auf.

Jaden Smith und Will Smith in «The Pursuit of Happyness»

Basierend auf der Biografie von Christopher Gardner kann «The Pursuit of Happyness» durchaus als Interpretation des «American Dream» verstanden werden. Die Einzelheiten der Handlung im Film sind zwar frei erfunden, in den Grundzügen entspricht das Drama aber genau dem Leben von Gardner. Nach dem entbehrlichen Dasein in den frühen 80er-Jahren verdiente er sich nach der Ausbildung zum Börsenmakler eine goldene Nase und gründete sogar eine eigene Firma.

Gardner hat sich also seinen «American Dream» erfüllt, das Glück nicht nur angestrebt, sondern auch eingeholt. Wie aus der Unabhängigkeitserklärung auch hervorgeht, sind alle Menschen gleich erschaffen. Gemäss «The Pursuit of Happyness» müsste also eigentlich auch jeder Mensch seinen Traum vom Glück erfüllen können. Das ist realistisch gesehen natürlich Unsinn. Träumen ist aber weiterhin erlaubt, und davon erzählt der Film eben auch.

Der italienische Regisseur Gabriele Muccino («L’ultimo bacio», «Ricordati di me») hat die Lebensgeschichte von Gardner gefühlvoll und eigentlich auch ziemlich unsentimental auf die Leinwand umgesetzt. Dennoch ist es zeitweise schon fast unerträglich, wie die Hauptfigur immer tiefer in die finanzielle und persönliche Misere sinkt. Das liegt aber einzig am misslichen Schicksal dieser Figur, die von Will Smith treffend verkörpert wird.

Und wer sich jetzt noch fragt, wieso im Titel «Happyness» irrtümlicherweise mit einem «y» geschrieben steht, muss sich einfach den Film ansehen. Dort wird der Rechtschreibefehler zwar ziemlich banal erklärt, aber irgendwie lässt sich schon erkennen, wieso die Schreibweise mit einem «y», ausgesprochen «why», ziemlich treffend ist.

Fazit: «The Pursuit of Happyness» ist ein perfektes Rührstück, das alle Register des Genres zieht. Die Parabel ist entsprechend herzergreifend und dennoch erhebend.

Bewertung: 5 Sterne

(Bilder: ©Sony)

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