«Wild Hogs» mit John Travolta (Blu-ray)

William H. Macy, Tim Allen, Martin Lawrence und John Travolta in «Wild Hogs»

«Born to Be Wild» von Steppenwolf dröhnt über die Lautsprecher zu Bildern von vier lederbefrackten Herren auf ihren ratternden Motorrädern. So sehen sich die Bikerfreunde Woody (John Travolta), Doug (Tim Allen), Bobby (Martin Lawrence) und Dudley (William H. Macy) am liebsten, doch die Realität entspricht diesem Traum in keiner Weise.

Woody ist bankrott, Doug führt ein tristes Familienleben mit einem öden Job als Zahnarzt, Bobby steht unter der Fuchtel seiner Frau und der alleinstehende Programmierer Dudley fürchtet sich davor, Frauen überhaupt anzusprechen. Zwar nennen sie sich «Wild Hogs», doch «Lahme Enten» würde ihren Lebensstil besser umschreiben. Um ihrem trüben Alltag zu entfliehen, klammern sich die vier Freunde an die magischen Worte «Road Trip», dem motorisierten amerikanischen Mythos.

Eine Reise an den Pazifik soll ihnen die jugendliche Freiheit zurückbringen. Nach einigen Startschwierigkeiten gewinnt die Reise langsam an Schwung, bis die vier Vorstädter auf die harten Jungs der Biker-Gang Del Fuegos (übersetzt etwa «aus dem Feuer») treffen. Deren Anführer Jack (Ray Liotta) beschlagnahmt das Motorrad von Dudley und schickt die Möchtegern-Biker auf die Heimreise. Doch stattdessen holt sich Woody das entwendete Zweirad zurück und fackelt dabei gleich noch die Bar der Feuerjungs ab.

Vier Yuppies erobern in «Wild Hogs» also die Strasse zurück, zivilisieren sozusagen den asphaltierten Westen für die Konsumgesellschaft. Denn wie die abschliessende Konfrontation mit der Bikerbande aufzeigen möchte, sind nicht etwa die zahmen Vorstadt-Biker Possenreisser, sondern die rücksichtslosen Del Fuegos, welche die Ideale ihrer Vorväter verraten. Der Mythos der Freiheit wird grundsätzlich auf den Kopf gestellt, manchmal augenzwinkernd, dann fast wieder ein wenig peinlich. So taucht schliesslich auch noch ein echter «Easy Rider» auf und weist die bösen Jungs von Del Fuegos in ihre Schranken.

Wenn nicht die vier sich tatsächlich schon im fortgeschrittenen Alter befindlichen Hauptdarsteller wären, würde die Komödie vermutlich in sich zusammenfallen. Aber Allen (53), Travolta (53), Lawrence (41) und Macy (57) sind einfach zu liebenswert. So lässt sich schmunzelnd über das etwas hölzerne Drehbuch hinwegsehen, das sich fleissig aller möglichen Vorbilder bedient, angefangen bei zahlreichen Roadmovies bis hin zu Kurosawas «Shichinin no samurai».

Das Bonusmaterial auf der Blu-ray-Disc erhärtet wiederum den Verdacht, dass der Film mehr oder weniger ohne Drehbuch entstanden ist. Im Drehbericht erzählen die Hauptdarsteller stolz von ihren Improvisationen und wie sich die beiden Komiker (Allen, Lawrence) mit den beiden Schauspielern (Travolta, Macy) in Wortgefechten duelliert haben. Zudem wird in einem Extra in drei Minuten erklärt, wie die Frau davon überzeugt werden kann, dass der Mann ein Motorrad benötigt.

Auch zwei entfallene Szenen, ein alternatives Ende und verpatzte Szenen sind enthalten. Die verpatzten Szenen bestehen allerdings hauptsächlich aus lachenden Schauspielern. So besonders amüsant ist das für das Publikum auch wieder nicht. Die Bildqualität ist makellos. Mehr gibt es dazu nicht zu bemerken.

Film: 4 Sterne
Bild-/Tonqualität (Blu-ray): 6 Sterne
Bonusmaterial (Blu-ray):
3 Sterne

(Bilder: ©Walt Disney Studios Home Entertainment)

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