NIFFF 09: «The Children» von Tom Shankland

Eva Sayer und Jake Hathaway in «The Children»

Sind sie nicht niedlich, die kleinen Engel. Nicht wirklich. Vielmehr sind die Halbwüchsigen aus dem britischen Horror-Thriller «The Children» von Tom Shankland ziemlich blutrünstig. An einer Weihnachtsfeier stecken sich die Kinder von zwei Schwestern mit einem seltsamen Virus an und machen bald einmal Jagd auf die Erwachsenen.

Da die Einführung der neun Figuren reichlich unübersichtlich ausgefallen ist, versuche ich hier für mich selbst ein wenig aufzuräumen. Da sind einerseits Elaine (Eva Birthistle), ihre drei Kinder Casey (Hannah Tointon), Leah (Raffiella Brooks) und Paulie (William Howes) sowie ihr neuer Ehemann Jonah (Stephen Campbell Moore). Gemeinsam besuchen sie an Weihnachten die Familie von Elaines Schwester Chloe (Rachel Shelley), die mit ihrem Ehemann Robbie (Jeremy Sheffield) und den beiden Kindern Nicky (Jake Hathaway) und Miranda (Eva Sayer) in einem abgeschiedenen Landhaus wohnen.

Die Teenagerin Casey möchte eigentlich nicht an diesem Familienfest teilnehmen, da sie dadurch eine Party verpasst. Ihr Stiefvater hat sie aber unter Hausarrest gestellt. Elaine bittet derweil Chloe, dass sie sie doch bitte ermorden soll, falls sie sich zu sehr in ihre Mutter verwandelt. Und Onkel Robbie schielt ein wenig zu häufig auf seine Nichte Casey. So viel zur Dynamik innerhalb der Familie. Der erste Abend verläuft noch reibungslos. Am nächsten Tag kommt es aber bald zu einem Unfall, als Robbie auf einem Schlitten kopfvoran in eine Gartenhacke fährt. Oder war es Absicht eines Kindes?

Jeremy Sheffield und Hannah Tointon in «The Children»

Kinder in Horrorfilmen sind immer eine Gefahr. Entweder versuchen die Erwachsenen sie zu beschützen und begeben sich dadurch in Gefahr. Oder dann sind die Kinder selbst der Auslöser für den Tod. Ob sie nun besessen sind oder sonstwie zu unheimlichen Killermaschinen werden. Regisseur und Drehbuchautor Tom Shankland spielt in «The Children» mit diesen Motiven des Kinderhorrors.

Ähnlich bösartig waren 1960 auch die überentwickelten Wundergeburten aus «Village of the Damned». Die konnten telepathisch miteinander kommunizieren. Wie die Kinder aus «The Children» auf ihre Mordlust kommen, wird nur angedeutet. Vermutlich ist eine virale Infektion dafür verantwortlich. Das spielt aber auch nicht wirklich eine Rolle und lenkt eher ab. Wirklich furchterregend ist das Schrecken sowieso meist dann, wenn es – wie etwa in «Joshua» – unerklärt bleibt. Da erinnern die infizierten Kinder aus «The Children» fast schon ein wenig zu sehr an Zombies. Beängstigend sind sie trotzdem.

Ausgerechnet die Splatter-Szenen sind aber leider zu hektisch und wirr inszeniert, so dass sie kaum wirklich ihre Wirkung entfalten können. Die ruhigeren Momente sind da atmosphärisch bedeutend besser geglückt. Störend sind auch die vielen Ungereimtheiten und Anschlussfehler. Nur zu gerne würde ich wissen, wie eine Hauptfigur mit gebrochenem Bein noch Auto fahren kann. Und ein zwischen zwei Autos eingeklemmtes Kind liegt in der nächsten Einstellung plötzlich zwei Meter neben den Autos. Ein wenig mehr Sorgfalt bei der Überarbeitung des Drehbuchs und der Inszenierung wäre angebracht gewesen.

Fazit: «The Children» ist ein solider, aber nicht sonderlich schlüssig inszenierter Horror-Thriller.

Bewertung: 3 Sterne

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