«Primeval – Staffel 2» von Tim Haines

Andrew Lee Potts, James Murray, Douglas Henshall und Hannah Spearritt in «Primeval»

There’s equipment here that’d make James Bond cry with envy.

Sie sind zurück, und nichts ist mehr so, wie es einmal war. Das stimmt natürlich nicht wirklich. Auch in der zweiten Staffel der britischen Fernsehserie «Primeval» muss die Truppe um Evolutionsbiologe Nick Cutter (Douglas Henshall) jede Menge Ur- und Nachzeitmonster jagen. Ein wenig hat sich die Ausgangslage aber dennoch verändert.

Am Ende von Staffel 1 hat Nick Cutter bekanntlich einen Ausflug in eines der mysteriösen Zeitportale gewagt. Als er zurückkehrte warteten die meisten Weggefährten auf ihn, nur Agentin Claudia Brown (Lucy Brown) vom Innenministerium war plötzlich verschwunden und war den Kollegen auch überhaupt nicht bekannt. Auf Grund dieser Enthüllung habe ich erwartet, dass es in Staffel 2 zu weiteren Veränderungen in der Gegenwart kommt. Da habe ich mich allerdings ein wenig geirrt.

James Murray und Douglas Henshall in «Primeval»

Im Zentrum von Staffel 2 stehen natürlich wieder die seltsamen Monster, die einerseits aus der Vergangenheit, andererseits aber auch aus der Zukunft in die Gegenwart gelangen (übrigens zufälligerweise ausschliesslich in die nähere Umgebung von London). Die Auswirkungen der sogenannten Anamolien auf die Gegenwart wird nur am Rande immer wieder erwähnt. Der zweite wichtige Bestandteil der zweiten Staffel ist vielmehr eine interne Verschwörung.

Als Cutter am Ende von Staffel 1 aus der Anamolie auftaucht hat sich einiges verändert. Die vom trockenen Regierungsbeamten Sir James Lester (Ben Miller) geleitete Abteilung hat nun eine hochmoderne Basis erhalten, die oder das ARC (Anomaly Research Centre). Als Assistent von Lester agiert nun eben nicht mehr Claudia Brown, sondern der nervige Oliver Leek (Karl Theobald). Wie sich bald herausstellt, ist Leek nicht ganz so dumm, wie er sich anstellt. Das Team von Cutter besteht weiterhin aus dem leicht ungeschickten Technik-Experten Connor (Andrew Lee Potts), der Herpetologin Abby Maitland (Hannah Spearritt) und dem Laborassisten Stephen Hart (James Murray).

Andrew Lee Potts, Douglas Henshall, Hannah Spearritt und Lucy Brown in «Primeval»

Aber auch auf Lucy Brown wird nicht verzichtet. Sie taucht am Ende von Folge 1 auf, allerdings nicht mehr in der Rolle von Claudia Brown. Sie heisst nun Jennifer Lewis und wird für die Öffentlichkeitsarbeit angestellt. Das sorgt bei Cutter, der sich in der Staffel 1 in Claudia Brown verliebte, für einige emotionale Verwirrungen. Mir hat Lucy Brown als Rotschopf hingegen deutlich besser gefallen. Natürlich taucht auch Cutters Ex-Frau Helen (Juliet Aubry) immer wieder auf und missbraucht die Anamolien für ihre düsteren Zwecke. Sie manipuliert auch Stephen Hart, mit dem sie schon in Staffel 1 eine Affäre startete.

Wie schon in Staffel 1 konzentrieren sich die einzelnen Folgen jeweils auf eine spezielle Art von Monster oder Urzeittier, das unschädlich gemacht werden muss. So tauchen dieses Mal Deinonychen, fleischfressende Würmer, ein Säbelzahntiger (endlich!), gigantische Skorpione aus dem Silur und ein Präriemammut auf. Etwas ärgerlich sind die Skorpione, vor denen sich unsere Helden zunächst auf Felsen retten, weil sich die Skorpione nur im Sand bewegen. Schliesslich zeigen sich die gestachelten Viecher aber auch auf Sand sehr beweglich. Das ganze ist sehr inkonsistent geschildert. Dafür wirken die zahlreichen visuellen Effekte in Staffel 2 schon ein wenig auzgereifter.

Hannah Spearritt in «Primeval»

Da die Figuren schon in Staffel 1 ein wenig gar oberflächlich gestaltet sind und auch die Handlung teilweise etwas schwerfällig daherkommt, war ich zunächst nicht sicher, ob ich mir eine weitere Staffel von «Primeval» ansehen sollte. Aber wer kann schon Zeitlöchern und Urzeitmonstern widerstehen. In Staffel 2 sind die Drehbücher immer noch wenig subtil ausgestaltet. Einzelne Szenen sind derart überzeichnet, dass sie schon fast als Parodie des Genres gelesen werden können. Die in Staffel 1 noch reichlich enthaltene Selbstironie wurde auch ein wenig zurückgestuft und beschränkt sich auf Sätze wie: «I shouldn’t have to say this but be careful!»

Die treffendsten Sprüche werden für gewöhnlich Lester in den Mund gelegt: «Keeping the public ignorant is the governments top priority.» Die draufgängerische Abby rennt leider nicht mehr in aufreizender Unterwäsche in der Wohnung rum, dafür darf sie ihre Kampfkünste gegen die Monster einsetzen. Wirklich mühsam ist aber einzig die Figur von Helen Cutter, deren Lügen so durchschaubar sind, dass Stephen Hart als ausserordentlich leichtgläubiger, fast schon idiotisch naiver Mensch erscheint. Entweder ist Juliet Aubry nicht besonders talentiert oder dann wurde sie von den Regisseuren zu solch zweifelhafter Darbietungen ermuntert.

Die DVD-Box enthält auf zwei DVDs die sieben etwa 45-minütigen Episoden der ersten Staffel. Als Extra ist ein nicht zu verachtender, 40-minütiger Entstehungsbericht enthalten, durch den Andrew Lee Potts führt. Dadurch ist der Beitrag nicht so steif wie andere Drehberichte, manchmal aber auch ein wenig zu angestrengt amüsant. Interessant sind besonders die Erklärungen über die für visuelle Effekte notwendigen Stäbe und Kugeln.

Bewertung: 4 Sterne
Bild-/Tonqualität: 4 Sterne
Bonusmaterial:
3 Sterne

(Bilder: ©Polyband)

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