«Poseidon» von Wolfgang Petersen

«Poseidon»

Untergehende Schiffe füllen die Kinokassen. Das weiss der deutsche Regisseur Wolfgang Petersen nicht erst seit «Titanic». Seinen Ruhm verdankt der deutsche Regisseur dem auch als Fernsehserie ausgestrahlten Unterwasser-Epos «Das Boot». In «The Perfect Storm» liess er dann erfolgreich ein Fischerboot untergehen. Über 300 Millionen Dollar spielte das Drama mit George Clooney weltweit ein.

Einen noch gewaltigeren Erfolg durfte Petersen dann mit «Troy» feiern. Das Sandalenepos mit Meeresüberquerung segelte zu einem Einspielergebnis von fast 500 Millionen Dollar. Da wäre es nicht verwunderlich gewesen, wenn Petersen als nächstes Projekt Homers «Odyssee» auf die Leinwand gebracht hätte. Stattdessen wagte er sich an das Remake des Katastrophenfilms «The Poseidon Adventure» aus dem Jahr 1972.

Am Silvesterabend feiern die Passagiere der «Poseidon» das neue Jahr. Da erfasst eine Riesenwelle das Kreuzfahrtschiff und wirft es um. Der Kapitän versammelt die Überlebenden im Speisesaal, doch einige davon wollen nicht tatenlos untergehen. Sie machen sich auf die Suche nach einem Weg aus der sinkenden Stahlbehälter. Die Zeit drängt, denn das Wasser findet seinen Weg problemlos.

Emmy Rossum und Kurt Russell in «Poseidon»

«Poseidon» ist keine gehobene Unterhaltung und gibt sich auch nie als solche aus. Petersen serviert bodenständige Kost. Die Flucht aus dem sinkenden Boot ist rastlos inszeniert, so dass keine Zeit zum Denken bleiben soll. Meistens ist dieses Vorhaben gelungen, obschon das Konzept der Katastrophenfilme zum Teil sehr stark strapaziert wird. Kurt Russell, Richard Dreyfuss, Josh Lucas und Emmy Rossum mühen sich auf jeden Fall redlich ab, den Katastrophenfilm realistisch zu gestalten. Ihr Heldenmut bietet dabei immer Gelegenheit für amüsante Szenen.

Die Doppel-DVD ist mit ein paar durchschnittlichen Dokumentationen ausgerüstet, von denen das Videotagebuch der naiven deutschen Produktionsassistentin Malona Voigt am Aussergewöhnlichsten ist. Den Titel «Peinlichster Beitrag» erhält der Beitrag von The History Channel über «Rogue Waves», was wörtlich übersetzt Schurkenwellen heisst. Die englische Bezeichnung wird tatsächlich so verwendet, und auch im deutschen existiert der ähnlich dämliche Ausdruck der «Monsterwelle», als ob das Meer auf ahnungslose Schiffe wartet, um sie absichtlich zu zerstören. Genauso wird in der Dokumentation von The History Channel über die Riesenwellen berichtet, die Betonung von «Rogue Wave» jedes Mal schön sonor und verschwörerisch.

Film: 4 Sterne
Bild-/Tonqualität: 5 Sterne
Bonusmaterial:
3 Sterne

(Bilder: ©Warner Home Video)

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