«Alf – Staffel 1» von Paul Fusco und Tom Patchett

Alf und Lucky in «Alf – Looking for Lucky»

An alien being has come to live with us and eat our cans and snack on our cat.

Ausflüge in die Vergangenheit sind häufig eine heikle Angelegenheit. Filme und Fernsehserien, die man als Kind und Jugendlicher geliebt hat, sind manchmal als Erwachsener plötzlich nicht mehr geniessbar. Als angehender Teenager habe ich mir Mitte der 80er-Jahre die Fernsehserie «Alf» sicher nicht nur wegen dem Ausserirdischen, sondern auch wegen niedlichen Andrea Elson angeschaut, die die Tochter der Familie spielt, bei der Alf notgelandet ist. Lässt sich die Serie auch ohne diese pupertäre Motivation geniessen? Definitiv.

23 Jahren sind also vergangen, seit Gordon Shumway auf der Erde gelandet ist. Unfreiwillig musste er seinen Heimatplaneten verlassen, weil dieser durch eine nukleare Katastrophe zerstört wurde. Seither setzt er sich auf der Erde für die Abrüstung von Atomwaffen ein, ist Mitglied bei Greenpeace und dem Automobil-Club («I like the magazine»). Und er treibt vor allem die Familie Tanner zum Wahnsinn. Bei ihr ist er nämlich ins Dach der Garage abgestürzt – irgendwo in einem braven Vorort von Los Angeles.

Obschon die ausserirdische Lebensform – oder kurz Alf genannt – die Sprache seiner Gastgeber perfekt beherrscht, kommt es ununterbrochen zu Verständigungsproblemen. Daraus zieht die Fernsehserie «Alf» ihren Humor. Der niedliche Alf ist ausserdem nicht nur klein und haarig, sondern auch verfressen und ordentlich chaotisch. Mit seiner trockenen und unverschämten Art hat er die Lacher auch in einem neuen Jahrtausend auf seiner Seite.

Alf und Andrea Elson in «Alf – Try to Remember: Part 1»

Alf stellt die Geduld der Tanners durch sein Verhalten immer wieder auf die Probe. Für eine Serie, die auch auf Kinder ausgerichtet war (sie wurde mit zwei Kids’ Choice Awards ausgezeichnet) ist sie erstaunlich wenig didaktisch. Alf ist zwar nicht gerade anarchastisch, aber die Regeln, an die er sich hält, haben bei den Tanners nicht gerade viel Gewicht. Sie versuchen ihn zwar immer wieder Vertrauen entgegen zu bringen, doch irgendwann wird die Frage «Do we trust him?» nur noch zum Running Gag. Alf reagiert auch resistent auf Zurechtweisungen. Als er Willie Tanner (Max Wright), den Vater der Familie, wieder einmal unterbricht:

Willie: «You weren’t asked.»
Alf: «Well, if I had to wait for an invitation, I’d never speak.»

Daraufhin erntet Alf vielsagende Blicke, die ihn aber nicht weiter stören. Er spricht, wenn er etwas zu sagen hat, und das ist meistens witzig. Besonders rücksichtsvoll ist er auch nicht. Einmal schüttet ihm Kate (Anne Schedeen), die Mutter der Familie, ihr Herz aus, stellt sich aber bald die Frage, ob das viel Sinn macht:

Kate: «Why am I telling you this?»
Alf: «I don’t know. I’m barely listening.»

«Alf» bereitet also immer noch Spass. Die 25 Folgen der ersten Staffel sind nun auf vier DVDs erhältlich. Etwas eigenartig ist die Doppelfolge «Try to Remember» aus der Mitte der Staffel, ein Rückblick auf den bisherigen Aufenthalt von Alf bei den Tanners, in dem aber auch Ausschnitte aus nachfolgenden Episoden enthalten sind. Bild und Ton der DVDs sind mittelmässig, aber auch nicht schlechter als bei anderen Fernsehserien aus den 80ern. Bonusmaterial ist nicht vorhanden.

Bewertung: 5 Sterne
Bild-/Tonqualität: 4 Sterne
Bonusmaterial:
0 Sterne

(Bilder: ©Warner Home Video)

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