«The Heartbreak Kid» von Peter und Bobby Farrelly

Ben Stiller und Malin Akerman in «The Heartbreak Kid»

She doesn’t have a great sense of humor.

Komödien haben an und für sich eine simple Aufgabe: Sie müssen das Publikum zum Lachen bringen. Einfach ist das allerdings nicht immer. Humor ist nämlich Geschmackssache. Einen ganz eigenen Sinn für Humor haben die Brüder Peter Farrelly und Bobby Farrelly, die in den 90er-Jahren mit Filmen wie «Dumb and Dumber» (amüsant, aber, nun ja, dumm) und «There’s Something About Mary» (selten so gelacht) die Schallmauer für Komödien durchbrochen haben. «Mary» spielte weltweit 369 Millionen Dollar ein, «Dumber» stolze 247 Millionen Dollar.

Anfangs dieses Jahrzehnts brachten die beiden Komödien «Me, Myself and Irene» und «Shallow Hal» immerhin auch noch über 140 Millionen Dollar. Seither haben die Brüder Farrelly aber keine ähnlichen Erfolge mehr verzeichnen dürfen. Für «The Heartbreak Kid» haben sie sich wieder mit Ben Stiller, ihrem Star aus «Mary» zusammengetan. Das Resultat könnte als lauer Aufguss des Komödienhits von 1998 bezeichnet werden. Die Zutaten sind noch einmal die gleichen, die Rezeptur ist auch nur leicht verändert worden, aber das Produkt ist nicht ganz gleich aufgegangen.

Ben Stiller spielt den schon über 40 Jahre alten Junggesellen Eddie Cantrow. Sein sich stets unanständig ausdrückender Vater (Jerry Stiller, der Vater von Ben) drängt ihn dazu, endlich das Jungesellenleben auszukosten. Sein bester Freund Mac (Rob Corddry, «What Happens in Vegas») schwärmt hingegen vom Eheleben. Als Eddie die hübsche Lila (Malin Akerman, «Watchmen») kennenlernt, ist er zunächst noch unschlüssig. Als ihr aber die Versetzung nach Europa droht, ist der Entscheidung schnell gefällt: Eddie gibt endgültig sein Single-Dasein auf.

Nach dem Eheschluss ist kaum der erste Tag der Flitterwochen vorbei, da kommen bereits die ersten Zweifel an der Entscheidung auf. Vor lauter Küsserei vor der Hochzeit hat Eddie nämlich gar nicht festgestellt, dass seine Braut nicht besonders hell, aber umso nerviger ist. Dafür ist sie im Bett so wild, dass Eddie vor lauter Helikopter- und Korkenzieherstellung gar nicht mehr weiss, wo ihm der Kopf steht. Zu allem Unglück verliebt er sich im Ferienhotel auch noch in die süsse Miranda (Michelle Monaghan, «Gone Baby Gone»).

Ben Stiller und Michelle Monaghan in «The Heartbreak Kid»

Mit sicherem Gespür für die tiefsten Fettnäpfchen lassen die Brüder Farrelly ihren Protagonisten von einer Falle in die nächste stolpern und malträtieren ihre Figuren dabei mit Genuss. Zarter Humor ist das bestimmt nicht. Vielmehr handelt es sich um die Methode mit dem Vorschlaghammer: Schonungslos draufhauen bis gelacht wird. Wer sich an solch heftigem Humor unter der Gürtellinie nicht stört, dürfte bestens unterhalten werden.

Die Derbheit von «There’s Something About Mary» wird gelegentlich sogar deutlich überboten. Dabei liess die romantische Komödie «Fever Pitch» mit Drew Barrymore zwischendurch sogar den Eindruck entstehen, dass die Brüder Farrelly erwachsen geworden sind. Sind sie aber nicht. So sind die Verleiher mittlerweile vor das Problem gestellt, dass die Regisseure immer noch gleich derbe Komödien drehen wie in den 90er-Jahren, das damalige Publikum unterdessen aber gereift ist und nun fernbleibt.

Fazit: Obschon die Farrellys meinen Geschmack nicht immer treffen, habe ich habe mich bei «The Heartbreak Kid» trotzdem herzhaft amüsiert.

Bewertung: 4 Sterne

(Bilder: ©Paramount)

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