«Bis zum Ellenbogen» von Justus von Dohnányi

Stefan Kurt, Justus von Dohnányi und Jan Josef Liefers in «Bis zum Ellenbogen»

Der Leitspruch der Komödie «Bis zum Ellenbogen» lautet: «Schwarzgeld stinkt nicht. Sven schon.» Was es mit dieser seltsamen Aussage auf sich hat, findet das Publikum nach etwa einer halben Stunde heraus. Zu diesem Zeitpunkt stirbt der liebenswürdige Sven (Justus von Dohnányi) nämlich – sehr zum Verdruss von Achim (Jan Josef Liefers) und Willi (Stefan Kurt).

Achim und Willi haben sich zuvor in den Schweizer Alpen, in der Nähe der Ferienwohnung von Sven getroffen. Achim ist mit seinem Fahrrad den Bergweg hinunterrasend mit voller Wucht in Willi geprallt, der mit seinem Aufnahmegerät gerade am Naturtöne sammeln war. In der Berghütte des zu Hilfe eilenden Sven haben sie danach Unterschlupf gefunden. Kurz vor seinem unglücklichen Ableben erzählt Sven den neuen Freunden noch, wie seine Freundin bei einem Unfall am Ellenbogen, dem nördlichsten Teil der Insel Sylt, ums Leben gekommen ist, und dass er sich eine Seebestattung wünscht.

Als dann Sven ein wenig verfrüht das Zeitliche segnet, packen Achim und Willi die Leiche kurzerhand ins Auto und machen sich auf den Weg in die Heimat von Sven – quer durch Deutschland. Achim fordert noch: «Ich will nicht, dass der Sven beschädigt wird – nicht ein einziger Kratzer!» Dabei ist gleich von Beginn weg klar, dass diese Forderung kaum erfüllt wird. Aber schliesslich hat der in finanziellen Nöten steckende Achim nebenbei noch andere Absichten mit dem toten Bankangestellten.

Jan Josef Liefers, Justus von Dohnányi und Stefan Kurt in «Bis zum Ellenbogen»

Eine schwarze Komödie über eine missbrauchte Leiche tischt uns hier also Drehbuchautor und Regisseur Justus von Dohnányi in seinem Regiedebüt auf. Da kommt gleich einmal der Gedanke an die britische Komödie «Death at a Funeral», in der auch allerlei Schabernack mit einer Leiche getrieben worden ist. Weiter zurück liegt noch die Komödie «Weekend at Bernie’s», in der ebenfalls zwei Männer versuchen, eine Leiche am Leben zu erhalten, und mit ihr gleichsam am Strand sitzen.

Wenn dann noch der Klassiker «The Trouble with Harry» von Alfred Hitchcock erwähnt wird, ist schnell einmal klar, dass «Bis zum Ellenbogen» der Gattung nicht mehr viel hinzufügen vermag. Von Dohnányi vertraut dann auch ein wenig gar stark auf die skurrile Ausgangslage und die gegensätzlichen Hauptfiguren. Diese Komponenenten reichen allerdings nicht ganz aus, um die Handlung ohne Lücken und Längen bis nach Sylt voranzutreiben. Für ein Erstlingswerk ist «Bis zum Ellenbogen» aber durchaus beachtenswert. An der bodenständig inszenierten Lebenskomödie vermag vor allem der trockene Humor zu überzeugen.

Nebenbei bemerkt bestehen bei dieser an sich deutschen Produktion zahlreiche Verbindungen zur Schweiz. Einerseits spielt der erste Drittel des Films in den Schweizer Alpen, vermutlich im Gasterntal im Berner Oberland. Zudem sind mit Hauptdarsteller Stefan Kurt, der durch seine Produktionsfirma Stüfi-Films mitproduziert hat, und Antoine Monot Jr. in einer Nebenrolle auch noch zwei Schweizer Schauspieler mit an Bord.

Fazit: «Bis zum Ellenbogen» ist eine solide Komödie über überwindbare Gegensätze und Hindernisse.

Bewertung: 4 Sterne

(Fotos: ©Filmcoopi)

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