«Alvin and the Chipmunks» von Tim Hill

«Alvin and the Chipmunks»

This is not happening. I’m not talking to chipmunks, I’m not talking to chipmunks.

Pinguine tun es, Prinzessinnen ohnehin – wieso sollen also nicht auch ein paar Streifenhörnchen singen. Das pelzige Trio aus «Alvin and the Chipmunks» kann dabei auf eine 50-jährige Karriere im Musikgeschäft zurückblicken. Auch im Kinofilm zeigen sich die umwerfend animierten Nager zu wilden Spässen aufgelegt. Nur an den Songs hätten sie noch ein wenig feilen sollen.

Als die Tanne der drei Streifenhörnchen Alvin, Simon und Theodore gefällt wird, ahnen sie noch nicht, wo sie landen werden: Die Tanne dient als Weihnachtsbaum in der Lobby eines Bürogebäudes in Los Angeles. Dort wartet gerade der erfolglose Songschreiber Dave (Jason Lee, «Chasing Amy») auf ein Meeting 4seohunt.com/www/www.filmsprung.ch mit seinem Manager Ian (David Cross), der ihm aber lediglich mitteilt, dass seine Lieder nichts taugen.

Dank Dave gelingt den Streifenhörnchen immerhin die Flucht aus dem belebten Bürogebäude. Weil sie aber dem niedergeschlagenen Musiker die Wohnung auf den Kopf stellen und zu allem Übel auch noch zu sprechen beginnen, möchte er sie erst einmal los werden. Doch als sie ihm vor dem Fenster ein Ständchen zum Besten geben, erkennt Dave das Potenzial seiner behaarten Freunde. Die Chipmunks werden zu Stars, lernen aber auch die Schattenseiten des Showbusiness kennen.

«Alvin and the Chipmunks»

Die Handlung aus dem Film deckt sich beinahe mit der wahren Geschichte von Ross Bagdasarian Sr., der 1958 für den ersten Hit der Chipmunks verantwortlich war. Bagdasarian war ein mässig erfolgreicher Musiker und Songwriter. Dann gelang ihm der Durchbruch mit dem Hit «Witch Doctor». Für die seltsame Stimme im Refrain verlangsamte er die Aufnahme, nahm den Text mit einer schlängelnden, leisen Stimme auf und spielte sie dann zurück auf normale Geschwindigkeit.

Diese Technik definierte die piepsenden Stimmen von Alvin, Simon und Theodore, die wenig später mit dem Weihnachtsdauerbrenner «The Chipmunk Song (Christmas Don’t Be Late)» die Hitparade stürmten. Das Lied wurde dann auch noch mit drei Grammy Awards ausgezeichnet. Fleissigen Kinogängern wird das Lied bestimmt vertraut vorkommen, taucht es doch regelmässig in Weihnachtsszenen auf. So war es etwa auch in «Almost Famous» oder «Donnie Brasco» zu hören.

«Alvin and the Chipmunks»

2007 stürmte das Trio auf die Leinwand. Die Handlung ist zwar kindergerecht, aber auch ziemlich frech. Die Chipmunks stellen das Leben und die Wohnung von Dave ganz schön auf den Kopf und mischen sich ebenfalls in sein Liebesleben ein. Wenn Alvin, Simon und Theodore über die Leinwand huschen, sorgen sie mit frechen Sprüchen und wilden Einlagen für Stimmung. Jedes Streifenhörnchen ist mit spezifischen Eigenschaften ausgestattet, und die Animation der Figuren ist bis ins kleinste Detail gelungen. Da stört es auch nicht weiter, dass die Handlung aus beliebig zusammengewürfelten Episoden besteht, die nach der Einführung der Figuren ziemlich schnell einmal an Schwung verlieren.

Je nach Musikgeschmack wird aber die Mutlosigkeit der Songschreiber irritieren. Für die Lieder der Chipmunks sind nämlich simpelste Melodien und Rhythmen aktueller Pop-Hits kopiert worden. Bei dieser synthetischen Musik aus der Retorte ist es fast schon zynisch, das im Wohnzimmer von Dave ein Poster von Bob Dylan hängt. An die Qualitäten von Dylan kommen die Songschreiber von «Alvin and the Chipmunks» bei Weitem nicht heran.

Fazit: Die Handlung der schrägen Weihnachtskomödie ist austauschbar, die Musik poppig belanglos. Frech und unverwechselbar sind dafür die herzigen Hauptdarsteller.

Bewertung: 4 Sterne

(Fotos: ©Fox)

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