«Resident Evil» von Paul W.S. Anderson (Blu-ray)

Milla Jovovich in «Resident Evil»

Severing the top of the spinal column or massive trauma to the brain are the most effective methods.

Schweizer Zombie-Fans werden nicht gerade verwöhnt. 2007 war das letzte Jahr, in dem noch ordentlich Untote serviert wurden. Die Besucherzahlen von «Planet Terror» (19’766), «28 Weeks Later» (16’483) und «Resident Evil: Extinction» (16’913) erklären aber auch, weshalb anschliessend Flaute war. 2008 war «I Am Legend» (236’464) wegen Will Smith eine Ausnahme, «[•REC]» (10’820) bestätigte die Regel. Da nicht einmal die in den USA aussergewöhnlich erfolgreiche Zombie-Komödie «Zombieland» (75 Millionen Dollar) den Weg in die hiesigen Kinos schaffte, habe ich wieder einmal Milla Jovovich beim Zombie-Schlachten in «Resident Evil», «Resident Evil: Apocalypse» und «Resident Evil: Extinction» zugeschaut.

In den letzten Jahren haben Filme wie «28 Days Later» oder das Remake von «Dawn of the Dead» die genaue Definition von einem Zombie ein wenig aufgeweicht. Die Mythologie der Untoten, die Jagd auf Menschen machen, um ihr Fleisch essen, geht bis auf die persische Mythologie zurück. Für die Verwendung in modernen Filmen ist allerdings in erster Linie «Night of the Living Dead» (1968) von George A. Romero massgebend. In seinem Klassiker entstehen die Zombies entweder durch Strahlung verursachte Mutationen oder durch eine Krankheit. Sie bewegen sich nur langsam, können aber durchaus vehement attackieren – im Fall von Romero sogar mit Werkzeugen wie Steinen, Keulen oder einer Maurerkelle.

Getötet werden die Zombies durch einen Schuss in den Kopf oder mit einem harten Schlag auf den Schädel, wie im obenstehenden Zitat aus «Resident Evil» erklärt wird. Für die Lebenden besteht eine Gefahr auf Ansteckung durch einen Biss. Wie genau diese Untotheit übertragen wird, lässt sich aber nicht erfahren. Manchmal ist es ein Virus, dann gibt es aber auch noch andere Erklärungen. Ausserdem stellt sich die Frage, was mit den nur leicht angeknabberten Leichen passiert. Allzu viele angebissene Zombies tauchen auf jeden Fall selten auf.

Wie stehen dieses Ausführungen nun in Verbindung mit «Resident Evil», der Verfilmung eines Videospiels? Wie in einem auf der Blu-ray-Disc enthaltenen Bericht zu erfahren ist, basieren die Videospiele von Shinji Mikami auf den Zombie-Filmen von Romero. Da sich die Filmemacher bei den Regeln der Zombies streng an die Spielvorlage gehalten haben, besteht logischerweise auch hier ein enger Kontakt zu den Zombies aus «Night of the Living Dead». Die Handlung ist hingegen natürlich weit davon entfernt.

Milla Jovovich, Eric Mabius, James Purefoy und Michelle Rodriguez in «Resident Evil»

Im Zentrum steht ein unterirdisches Versuchslabor der Umbrella Corporation. Dort ist ein Virus entwickelt worden, das Soldaten nach ihrem Tod wieder zum Leben erweckt. Doch so richtig ausgereift ist das Produkt noch nicht. Als es über die Lüftungsanlage verbreitet wird, ergreift das automatische Sicherheitssystem Massnahmen zur Eindämmung der Katastrophe: das Labor wird hermetisch abgeriegelt und die Arbeiter getötet. Das hat natürlich unerwünschte Nebenwirkungen.

Eine Sondereinheit (mit Michelle Rodriguez) dringt in das Labor vor, um das vermeintlich ausser Kontrolle geratene Sicherheitssystem zu deaktivieren. Das verfügt allerdings über einen tödlichen Abwehrmechanismus. Trotzdem erfüllt das Team den Auftrag. Doch das Abschalten des Systems lässt plötzlich die zuvor in abgetrennte Räume gesperrten untoten Arbeiter frei. Das Team muss sich mit massivsten Waffeneinsatz den Weg erkämpfen. Und dann ist da noch die Frage, wer das Virus freigesetzt hat.

Die Handlung dieses Ballerfilms ist ziemlich dünn. Die Umsetzung bietet aber zumindest genügend Spannung und die visuelle Gestaltung ist nicht nur wegen Jovovich äusserst reizvoll. Wenn die Filmemacher allerdings behaupten, dass sie bewusst eine Videofilmästhetik gewählt haben, dann komme ich auf Grund der Ausschnitte aus dem bereits erwähnten Extra auf der Blu-ray-Disc zum Schluss, dass durchaus noch mehr Nähe zum Computerspiel möglich gewesen wäre: Noch extremere Winkel, mehr Vogelperspektiven und auch mehr subjektive Kameraeinstellungen hätten ganz bestimmt nicht geschadet.

Das Bild auf der Blu-ray-Disc bietet vorbildliche Schärfe und generell gute Farbwerte. Während die HD-DVD noch durch starkes Rauschen in den dunklen Bildbereichen negavtiv aufgefallen ist, ist dieser Makel zumindest auf der Blu-ray-Disc aus der «Resident Evil Trilogy» weitgehend beseitigt. Die Tonspur ist befriedigend. Die Effekte werden teilweise durch die Musik übertönt oder dann sollen vielleicht die schrillen Musikeinlagen die Effekte darstellen.

Auf der Blu-ray-Disc ist das Bonusmaterial der DVD enthalten. Empfehlenswert ist vor allem die Dokumentation mit dem Vergleich zwischen Spiel und Film. Ein 4-minütiger Werbefilm über die Evolution von «Resident Evil» über «Resident Evil: Apocalypse» zu «Resident Evil: Extinction» ist zudem hochauflösend.

Bewertung: 4 Sterne
Bild-/Tonqualität (Blu-ray): 5 Sterne
Bonusmaterial (Blu-ray):
4 Sterne

(Fotos: ©Constantin Film)

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Ein Kommentar to “«Resident Evil» von Paul W.S. Anderson (Blu-ray)”

  1. indiefreak says:

    Der Film Resident Evil ist eine Schande, wenn man die gruselige und schockierende Videospielvorlage kennt, JMO…

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