«The Mummy» von Stephen Sommers (Blu-ray)

Rachel Weisz, Brendan Fraser und John Hannah in «The Mummy»

No harm ever came from reading a book.

In den 80er-Jahren wurde das Genre des «historischen» Abenteuerfilms von Indiana Jones dominiert. Da sich der Professor aber anschliessend einige Ruhesemester gönnte, trat 1999 zwischenzeitlich ein jüngerer Schauspieler in seine Fussstapfen. Brendan Fraser bewährte sich in «The Mummy» als wagemutiger Schatzsucher, bekundet seither allerdings erstaunlich viel Mühe, den Status als Kassenmagnet zu sichern.

Im alten Ägypten herrschten rauhe Sitten. Als die Affäre des Hohepriester Imhotep (Arnold Vosloo) mit der Geliebten des Pharaos aufflog, tötete Imhotep vorsorglich den Pharao. Doch der Geistliche konnte seiner grausamen Strafe nicht entfliehen. In den Schatzkammern der Pharaonen in der heiligen Stadt Hamunaptra wurde er und sein Gefolge lebendig mumifiziert und mit einem Fluch belastet. 1923 kämpft Rick O’Connell (Brendan Fraser) in den Ruinen Hamunaptras als französischer Fremdenlegionär. Nur knapp entkommt er den Feinden und der Wüste. Doch sein abenteuerlicher Lebensstil führt ihn nur bis ins Gefängnis von Kairo.

Seine Kenntnisse von der Heiligen Stadt werden allerdings von der englischen Bibliothekarin Evelyn (Rachel Weisz, «The Lovely Bones») und ihrem lebenslustigen Bruder Jonathan (John Hannah) in Anspruch genommen. Evelyn erhofft sich die Bergung unschätzbarer Kunstgegenstände. Rick muss die Gelegenheit als letzten Ausweg aus dem Gefängnis ergreifen. Auf dem Weg nach Hamunaptra trifft die Gruppe auf erste Konkurrenz in der Form von amerikanischen Goldjägern, aber auch auf arabische Kämpfer, deren Ziel es ist, die Wiederauferstehung Imhoteps zu verhindern. Doch das Schicksal kann nicht abgewendet werden, und so wecken die Grabschänder den Fluch des Hohepriesters.

Brendan Fraser und Rachel Weisz in «The Mummy»

Kurzweilig ist «The Mummy», weil Regisseur und Drehbuchautor Stephen Sommers geschickt zahlreiche Genres vermischt und abwechselnd die Tonart von Abenteuer zu Action und Horror bis Thriller und Komödie variiert. Wie Wes Craven zuvor mit «Scream» das Genre des Horrorfilms augenzwinkernd revitalisierte, dekonstruiert Stephen Sommers in «The Mummy» mit genüsslicher Selbstironie die Weisheiten der Abenteuerfilme. Relativ keusch sind die Horrorszenen ausgefallen. Im Gegensatz zu Steven Spielberg in «Raiders of the Lost Ark» oder «Indiana Jones and the Temple of Doom» wendet Sommers seine Kamera vor den fürchterlichsten Szenen ab.

Die visuellen Effekte sind nicht immer von allererster Güte (insbesondere der brennende Regen auf die ägyptische Stadt wirkt ziemlich billig). Sie sind jedoch durchwegs unterhaltsam und wenn nötig furchteinflüssend eingesetzt. Das Gefecht mit den auferstandenen Mumien am Ende des Filmes ist eine würdige Hommage an den von Ray Harryhausen animierten Skelettkampf in «Jason and the Argonauts» von 1963. Die Stop-Motion-Technik wurde einfach durch Computeranimation ersetzt. Ein paar einbandagierte Personen stolpern aber auch noch durch die Gegend. Die erste Konfrontation mit einer Mumie war somit noch köstlich unterhaltend – trotz einer nicht immer ganz logisch nachvollziehbaren Handlung.

Die Blu-ray-Disc aus der Box mit allen drei bisher produzierten «The Mummy»-Folgen weist solide, aber nicht gerade überragende Bild- und Tonqualität vor. Immerhin eine deutliche Steigerung gegenüber der DVD. Bestechend scharf sind die Nahaufnahmen. In den Totalen entsteht aber der Eindruck, dass bei den Dreharbeiten in der Wüse ein wenig viel Staub aufgewirbelt wurde, der sich wie ein leicht schmutziges Tuch über die Kamera gelegt hat. Manche Nachtszenen weisen zudem starkes Rauschen auf. Die Tonspur in DTS-HD Master Audio 5.1 erzeugt zwar einen sehr dynamischen, aber auch ziemlich frontlastigen Raumklang.

Das Bonusmaterial besteht aus dem soliden 50-minütigen Drehbericht «Building a Better Mummy», einigen entfallenen Szenen sowie drei kürzeren Beiträgen über die visuellen Effekte und Spezialeffekte und die Entwicklung der «Mummy» von Boris Karloff in die Gegenwart. Drei Audiokommentare sind auch noch vorhanden, wobei sich Brendan Fraser auf seiner Tonspur zwischendurch als Langweiler entpuppt. Nach einer längeren Pause versichert er den Zuhörern, dass er noch anwesend ist, er aber eben gerade die Schauspieler bewundert habe. Die beiden Tonspuren mit Sommers und dem Cutter Bob Ducsay sowie den Schauspielern Arnold Vosloo, Kevin J. O’Connor und Oded Fehr («Resident Evil: Extinction») sind bedeutend unterhaltsamer.

Bewertung: 4 Sterne
Bild-/Tonqualität (Blu-ray): 4 Sterne
Bonusmaterial (Blu-ray):
4 Sterne

(Bilder: © Universal Studios)

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