«Salvador» von Oliver Stone (Blu-ray)

James Woods und John Savage in «Salvador»

You got to get close, Rick, to get the truth. You get to close, you die.

Wie kaum ein anderer Regisseur befasst sich Regisseur Oliver Stone («Alexander», «Any Given Sunday») immer wieder mit der Politik seines Landes. Das war schon 1986 zu Beginn seiner Karriere so, als er in «Salvador» seinen Blick auf die militärische Einmischung der USA in den Bürgerkrieg in El Salvador richtete, in dem bereits vor 1985 über 40’000 Personen getötet wurden. Stone wählte dazu die Perspektive des amerikanischen Fotojournalisten Richard Boyle (gespielt von James Woods).

Boyle ist ein Draufgänger und steht für seine Überzeugungen ein, auch wenn er dadurch Kopf und Kragen riskiert. Seine ungestüme Art hat wohl auch dazu geführt, dass er kaum noch Aufträge erhält. Dadurch lässt er sich aber nicht davon abhalten, mit seinem fleissig Drogen schluckenden Kameraden Doctor Rock (James Belushi) von San Francisco aus nach El Salvador aufzubrechen. Dort hat er auch noch die Freundin María (Elpedia Carrillo), möchte aber vor allem über die politische Entwicklung berichten.

Ein skrupelloser Major (Tony Plana) terrorisiert das Land in seinem Kampf gegen kommunistische und sozialistische Rebellen. Während die meisten ausländischen Journalisten die Augen vor den tatsächlichen Verhältnissen verschliessen, versucht Boyle zusammen mit seinem Kollegen John Cassady (John Savage) das Elend im Land und die Verbrechen der militärischen Todesschwadrone zu dokumentieren. Derweil übernimmt in den USA gerade Ronald Reagan die Präsidentschaft und unterstützt als eifriger Republikaner natürlich die Feinde des Kommunismus.

James Woods und John Savage in «Salvador»

Die Position von Regisseur und Drehbuchautor ist klar zu erkennen. Er verurteilt die brutale und sinnlose Gewalt auf beiden Seiten des Bürgerkriegs. Dazwischen lässt er seine Fotografen mitten in einem Leichenfeld über die eindrücklichsten Kriegsfotografien philosophieren. Die Struktur des Films ist ziemlich wild, schmutzig und auch nicht immer ganz schlüssig. Da entkommen Boyle, Dr. Rock und die einheimischen Freunde an einem Abend den staatlichen Schlägern, in der nächsten Szene wacht dann aber Dr. Rock und der Bruder von María in einer Zelle auf. Wie dieses löchrige Drehbuch für einen Oscar nominiert werden konnte, ist nicht ganz nachvollziehbar. Vermutlich liegt es daran, dass die Wirkung des Films explosiv ist und einen ungefilterten Eindruck der Zustände vermittelt.

Die Blu-ray-Disc empfiehlt sich nicht zuletzt wegen der vorzüglichen 60-minütigen Retrospektive «Into the Valley of Death» von Charles Kiselyak, in der sich Oliver Stone und vor allem James Woods über die chaotischen Zustände bei der Entstehung amüsieren. Damals sei er aber so nahe am Tod gewesen wie sonst nie in seiner Karriere, meint Woods. Ausserdem schildert er seine damalige Abscheu vor Stone, den er aber letztlich doch noch in sein Herz schloss. Auch Stone meint, die Beziehung zu Woods sei ein Kampf zwischen Liebe und Hass gewesen. In der Dokumentation kommt auch Robert E. White, der damalige Botschafter der USA in El Salvador, ausführlich zu Wort.

Zusätzlich sind auch noch entfallene und alternative Szenen (27 Minuten) und ein Audiokommentar von Oliver Stone enthalten. Der Regisseur ist aber ein wenig zu schweigsam und murmelt auch ein wenig zu stark. Die Bildqualität der Blu-ray-Disc ist solide und kontrastreich. Die leichten Verschmutzungen fallen kaum negativ auf, dafür wirkt das Bild sehr filmisch. Die Tonspur in DTS-HD Master Audio 5.1 ist mit Ausnahme der Schlacht um Santa Ana ziemlich frontlastig.

Bewertung: 4 Sterne
Bildqualität (Blu-ray): 5 Sterne
Tonqualität (Blu-ray): 4 Sterne
Bonusmaterial (Blu-ray):
4 Sterne

(Bilder: © Koch Media)

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