«I, Robot» von Alex Proyas (Blu-ray)

Will Smith in «I, Robot»

I’m sorry, are you being funny?

Ein Roboter muss gemäss Isaac Asimov folgende drei Gesetze einhalten: 1. Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen oder durch Tatenlosigkeit zu Schaden kommen lassen. 2. Ein Roboter muss Befehle von Menschen befolgen, ausser sie stehen im Widerspruch zum ersten Gesetz. 3. Ein Roboter muss sich selbst schützen, solange die Selbstverteidigung nicht in Widerspruch zu den ersten beiden Gesetzen erfolgt. Der von diesen Regeln inspirierte Film «I, Robot» hält sich vor allem an das Gesetz, dass Will Smith ein teurer Superstar ist und entsprechend auftreten muss.

Im Jahr 2035 sind Roboter ein fixer Bestandteil des täglichen Lebens und übernehmen viele Arbeiten. Doch die heile Welt gefällt nicht allen. Im Hauptsitz der US Robotics liegt eine Leiche in der Lobby. Der von einem Hologramm des verstorbenen Forschers und Roboter-Erfinders Dr. Alfred Lanning (James Cromwell) herbeigerufene Polizeidetektiv Del Spooner (Smith) glaubt nicht an einen Selbstmord. Er fühlt sich in seinem Verdacht bestätigt, als er im abgesperrten Büro von Lanning auf den Prototypen des neuen Roboter-Modells trifft, das in wenigen Tagen in den Verkauf gelangen soll.

Spooner vermutet, dass der sofort flüchtende Roboter seinen Erfinder getötet hat. Völlig abwegig findet die Forscherin Susan Calvin (Bridget Moynahan) diese These, die völlig im Widerspruch zu den sorgfältig implementierten Regeln der Roboter steht. Trotzdem unterstützt sie auf Anweisung von Lawrence Robertson (Bruce Greenwood), dem Geschäftsleiters von US Robotics, den Polizeidetektiv bei seinen Ermittlungen. Doch je mehr Spooner über die Roboter herausfindet, umso stärker begibt er sich in Gefahr.

Bridget Moynahan und Will Smith in «I, Robot»

Ich sehe mir gerne Filme mit Will Smith an und seine Ausstrahlung gefällt mir. In «I, Robot» haben die Filmemacher aber so dick aufgetragen, dass die Persona seiner Figur negativ von der Handlung ablenkt. So wird aus einem an und für sich intelligentem Science-Fiction-Thriller eine One-Man-Show von Smith, der ausserordentlich penetrant auf leidenden und zynisch witzelnden Helden reduziert wird. Das liegt in erster Linie am Drehbuch von Akiva Goldsman (der eine erste Fassung von Jeff Vintar und Hillary Seitz überarbeitete), das der Figur auch einen seltsamen, nicht wirklich nachvollziehbaren Komplex aufsetzt. Spooner wurde von einem Roboter das Leben gerettet. Weil aber ein Mädchen beim Unfall gestorben ist, hasst er seither Roboter. Nun sieht er in jedem von ihnen einen Verbrecher, obschon noch kein Roboter ein Verbrechen begangen hat.

Der ansonsten eigentlich positive Eindruck des solide inszenierten Thrillers wird zusätzlich durch einige blödsinnig übertriebene Action-Einlagen getrübt. Der Personenkult um Smith führt eben auch dazu, dass seine Figur fast schon übermenschliche Fähigkeiten hat und sich selbst aus unmöglichen Situationen im Kampf gegen hunderte Roboter durchsetzen kann. Dabei wird in mehreren Szenen demonstriert, wie kräftig und zielsicher die modernen Roboter sind. Nur gegen den Helden sind sie eben machtlos. Mehr als einmal darf Will Smith sogar seine Flugkünste demonstrieren. Ein bisschen Hancock steckt eben in fast jeder von Smith gespielten Figur.

Will Smith in «I, Robot»

Leicht problematisch ist auch die Auflösung, denn mit der Aussage «You’re making a mistake. My logic is undeniable» hat der Täter durchaus recht. Ein philosophische Auseinandersetzung mit dem Thema bietet «I, Robot» ganz bestimmt nicht. Dafür wird zu sehr auf knallige Schauwerte und die charismatische Persönlichkeit von Will Smith gesetzt. Die reichen immerhin aus, um aus dieser von Regisseur Alex Proyas meist rasant inszenierten Zukunftsvision kurzweilige und leicht verdauliche Unterhaltung zu machen. Die glänzende Oberfläche wird auch durch die bestechende Bild- und Tonqualität der Blu-ray-Disc hervorgehoben.

Wer erfahren möchte, wieso Alex Proyas vermutlich nicht mehr für die grossen Hollywood-Studios arbeitet, muss sich nur den Audiokommentar auf der Blu-ray-Disc anhören, auf dem Proyas ziemlich hemmungslos über die Studiobosse lästert. Der Kommentar, auf dem auch Goldsman zu hören ist, wurde sechs Wochen vor Filmstart aufgenommen, und Proyas ärgert sich heftig über die Änderungen, die verlangt wurden. Waren auf der «Special Edition»-DVD noch zwei Audiokommentare vorhanden, muss man sich auf der Blu-ray-Disc mit einem begnügen. Ansonsten scheint das meiste Material, inklusive entfallener und alternativer Szenen sowie einem faszinierenden Beitrag über die Forschung über Roboter, übernommen worden zu sein.

Bewertung: 4 Sterne
Bild-/Tonqualität (Blu-ray): 6 Sterne
Bonusmaterial (Blu-ray):
5 Sterne

(Bilder: © Twentieth Century Fox Home Entertainment)

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