«Basic Instinct» von Paul Verhoeven (Blu-ray)

Sharon Stone in «Basic Instinct»

I think she’s the fuck of the century.

Ein wenig orale Befriedigung, kurz Missionar- und Reiterstellung sowie ein Schal reichen in den USA bereits für Jahrhundertsex. Dieser Eindruck entsteht zumindest in «Basic Instinct» von Regisseur Paul Verhoeven und Drehbuchautor Joe Eszterhas. Selbstverständlich sind es aber weniger die sexuellen Übungen im Bett, als vielmehr die äusseren Umstände die zu reichlich Ausschüttung von Endorphinen im Körper der beglückten männlichen Hauptfigur führen.

Die eigentliche Hauptrolle im Skandalfilm von 1992 spielt aber sowieso der makellose Körper von Sharon Stone. Sie spielt die reiche Schriftstellerin Catherine Tramell, die nach der brutalen Ermordung eines Ex-Rockstars, mit dem sie eine Beziehung hatte, unter Mordverdacht gerät. Einerseits hat sie in ihrem letzten Roman den Tathergang beschrieben hat, andererseits umgibt sie sich mit verurteilten Mörderinnen. Kommt hinzu, dass sie bei der Befragung auf dem Polizeiposten dreist raucht und genüsslich ihre unbedeckte Schamgegend zur Schau stellt.

Der auf Tramell angesetzte Detective Nick Curran (Michael Douglas, «Traffic») ist allerdings auch kein unbeschriebenes Blatt. Er hat ihm Dienst schon mindestens eine unschuldige Person erschossen. Daher wurde ihm der Spitzname «Shooter» verliehen. Nick fühlt sich zu der skrupellosen Blonden angezogen und kann ihren Reizen bald nicht mehr widerstehen, obschon sie ihn womöglich ermorden wird. Durch die Polizeipsychiaterin Beth Garner (Jeanne Tripplehorn), bei der Nick wegen seines reizbaren Charakters in Behandlung ist und mit der er auch schon eine Beziehung gehabt hat, wird das Liebesdreieck vervollständigt.

Michael Douglas und Sharon Stone in «Basic Instinct»

Die ganze Diskussion über die Sexszenen mit und ohne Eispickel lenken immer wieder davon ab, dass «Basic Instinct» in erster Linie ein spannender und wirkungsvoller Thriller ist. Paul Verhoeven und Joe Eszterhas erlauben sich zwar zwischendurch ein bisschen viele Scherze mit dem Beruf des Psychiaters und damit verbunden übertriebenen Persönlichkeitsprofilen («You’re dealing with a devious, diabolical mind»). Die passende Besetzung und die dichte Inszenierung lassen diese Abstecher in die Karikatur sowie einige Ungereimtheiten aber schnell vergessen.

Der Film lebt auch vom Spiel mit den Konventionen des Genres und der Geschlechterrollen. Die starken Positionen werden für einmal nicht von einem Mann besetzt, sondern von den beiden undurchschaubaren Frauen. Nick wird sowohl von Tramell als auch von Garner analysiert und benutzt. Tramell verwendet zudem seine Biografie für ihren nächsten Roman und spottet über ihn: «You’re going to make a terrific character, Nick.»

Obschon der Detective mit den beiden Frauen nicht wirklich mithalten kann, lässt er sich auf ihr Spiel ein. Dabei weiss Tramell schon früh: «Pretty soon I’ll know you better than you know yourself.» Dass Nick seiner Aufgabe in der modernen Welt nicht gewachsen ist, wird auch durch seinen zweiten Spitznamen angedeutet. Von seinem Kollegen wird er Hoss genannt, ziemlich sicher nach Eric «Hoss» Cartwright, dem leichtgläubigen und nicht besonders schlauen mittleren Sohn aus «Bonanza». Nick führt sich auch ein wenig auf wie ein Cowboy auf und zeigt sich dadurch als Überrest aus einer lange vergangenen Zeit.

Die Blu-ray-Disc bietet eine klar deutliche bessere Bildqualität als die bisherigen DVDs, kann aber nicht wirklich als Referenz für eine gute Blu-ray-Disc dienen. Statische Nahaufnahmen im Tageslicht können meist durch exzellente Schärfe überzeugen. In den dunklen Szenen, von denen es in diesem Film etliche gibt, ist allerdings häufig übermässiges Rauschen zu bemängeln. Bonusmaterial ist nicht vorhanden.

Bewertung: 5 Sterne
Bild-/Tonqualität (Blu-ray): 4 Sterne
Bonusmaterial (Blu-ray):
0 Sterne

(Bilder: © Kinowelt Home Entertainment)

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