«Just Go With It» von Dennis Dugan

Jennifer Aniston, Adam Sandler und Brooklyn Decker in «Just Go With It»

Oh, Swiss Family Nightmare is coming with us.

Komödien mit Adam Sandler sind fast schon ein Markenartikel. Es gibt sie zwar in unterschiedlichen Ausprägungen, manchmal eher derb oder dann wieder ein wenig mehr romantisch, doch der Humor ist immer sehr direkt und meist schonungslos. Das gilt auch für die romantische Komödie «Just Go With It», in der ausreichend Witze unter der Gürtellinie vorhanden sind.

Der erfolgreiche Schönheitschirurg Danny Maccabee (Adam Sandler) trägt einen Ehering, obwohl er gar nicht verheiratet ist. Seit er als junger Mann von seiner Beinahe-Braut kurz vor der Hochzeit bitter enttäuscht wurde, ist er sich sicher, dass ihn einzig die vorgetäuschte Ehe vor einem weiteren gebrochenen Herz bewahren wird. So kann er zudem mit möglichst vielen Frauen ausgehen, ohne bei ihnen die Erwartung zu wecken, auf der Suche nach einer festen Beziehung zu sein. Als er aber an einer Party auf die  Frau seiner Träume in der Form der hübschen Blondine Palmer (Brooklyn Decker) trifft und sie seinen Ehering entdeckt, hat er plötzlich ein Problem: Danny muss so tun, als ob er sich von seiner fiktiven Frau ganz schnell scheiden lassen will.

Zu allem Übel will aber seine neue Angebetete zuerst seine Angetraute kennenlernen, ehe sie sich mit Danny einlässt. Das Scheidungskind Palmer möchte sicher sein, dass die zukünftige Ex mit der Scheidung und seiner neuen Beziehung einverstanden ist. Kurzerhand heuert Danny seine langjährige Assistentin Katherine (Jennifer Aniston, «He’s Just Not That Into You») und deren Kinder Maggie (Bailee Madison) und Michael (Griffin Gluck) an, damit sie sich als seine bisherige Familie ausgeben. Eine Lüge führt zur nächsten und am Ende landen alle zusammen mit Dannys Cousin Eddie (Nick Swardson), der sich als Liebhaber von Katherine und Internet-Schafhändler namens Dolph Lundgren ausgibt, bei einem Familienausflug auf Hawaii. Dort versuchen sie, ihre Versionen der Geschichte aufrechtzuerhalten, damit ihre Wünsche in Erfüllung gehen.

Bailee Madison, Jennifer Aniston, Brooklyn Decker, Nick Swardson, Griffin Gluck und Adam Sandler in «Just Go With It»

Irgendwie ist «Just Go With It» ein seltsames Mittelding zwischen den wirklich derben und teilweise herrlich absurden Sandler-Komödien wie «You Don’t Mess with the Zohan» oder «Mr. Deeds» und den mehrheitlich auf romantische Werte setzenden Werken wie «The Wedding Singer» oder «50 First Dates». Das liegt daran, dass sich das eigentliche romantische Ziel in diesem Film zunächst hinter einer Lüge verstecken muss. Zudem ist der Humor manchmal sehr grob. So bietet die Rolle von Sandler die perfekte Möglichkeit, um zahlreiche bizarre Witze über die Absurditäten der Schönheitschirurgie zu platzieren. Einige Scherze werden dabei bis zur Erschöpfung ausgeschlachtet.

Die Idee für «Just Go With It» ist keineswegs neu. Sie basiert auf das französische Theaterstück «Fleur de cactus» von Pierre Barillet und Jean-Pierre Gredy, das 1969 bereits als «The Cactus Flower» mit Walter Matthau, Ingrid Bergman und Goldie Hawn verfilmt wurde. Für «Just Go With It» haben die Drehbuchautoren Allan Loeb («The Dilemma») und Timothy Dowling («Role Models») die Geschichte von der erfundenen Ehefrau auf die Stärken von Adam Sandler angepasst. Sandler darf den leicht unbedarften Frauenjäger spielen, der aber im Grunde doch ganz liebenswert ist. Dafür kriegt er zwischendurch einen Schlag in die Gegend leicht unterhalb des Unterleibs. Der Fäkalhumor wiederum ist vorwiegend für die Nebenfiguren aufgespart.

Die zahlreichen Geschmacklosigkeiten sind für eine romantische Komödie eher ungewöhnlich und auch nicht immer passend. Hingegen funktionieren die für Sandler üblichen anzüglichen Wortspielereien auch vorzüglich mit Jennifer Aniston. Sie steht ihm in Sachen Timing und Treffsicherheit in nichts nach. Auch die beiden jungen Darsteller der beiden Kinder verleihen der Komödie viel Schwung, obschon der britische Akzent von Bailee Madison manchmal ein wenig gar dick aufgetragen ist. Einen angenehmen Gegenpol zum kasperlhaften Spiel von Sandler liefert Griffin Gluck, der seine Forderungen mit trockenem Gleichmut vorträgt. Die hübsche Blondine Brooklyn Decker dient hingegen hauptsächlich als reizvolle, aber letztlich doch blasse Dekoration.

Fazit: «Just Go With It» ist eine durchwegs muntere Komödie, die sich zwar zwischendurch in der Tonart verirrt und zu durchschaubar ist, aber durch die freche Mischung der Elemente unterhält.

Bewertung: 4 Sterne

(Bilder: © 2011 Sony Pictures Releasing GmbH)

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